Symbolischer erster Rammschlag im Hafen:

Ab in die Tiefe - Waren versenkt 180 Pfähle im Hafen

Es ist die Herausforderung bei der millionenschweren Erweiterung des Warener Hafens: Das komplexe Verfahren, bei dem die bis zu 40 Meter langen Stahlpfähle für die neuen Molen in den Müritzgrund gerammt werden. Am Montag wurde der erste Pfahl versenkt – mit ganz viel Gefühl.

Legte Hand: Warens Bürgermeister Norbert Möller (rechts).
Thomas Türülümow Legte Hand: Warens Bürgermeister Norbert Möller (rechts).

Der Laie wundert sich – der Ingenieur erklärt. Von wegen Rammschlag, von wegen hau rein. „Nein, nein“, schmunzelt Wolfgang Horn, verantwortlicher Architekt für das 8,4-Millionen-Projekt, „die Pfähle werden Zentimeter für Zentimeter in den Boden vibriert. Hinein gerüttelt – sozusagen.“ Dies sei lärmschonender und vor allem für den Untergrund besser. Und trotzdem: „Zwei Meter über der Wasseroberfläche endet die Vibration. Anschließend bekommen Pfahl und Boden sieben Tage Ruhe. In dieser Zeit setzt sich der Untergrund wieder.“ Und erst dann kommt der Hammer – korrekt: Der Rammschlag, mit dem die bis zu 40 Meter langen Pfähle auf ihre endgültige Position – 50 Zentimeter über der Wasserfläche – getrieben werden. Und später, wenn irgendwann alle 100 Pfähle für die Nord- und jene 80 für die Südmole fest im Müritzgrund verankert sind, wird die Stahlkonstruktion für die Molen aufgesetzt.

In der Hoffnung, dass die Molen den Warener Hafen 100 Jahre vor Eis- und Wellengang beschützen, wie es Bürgermeister Norbert Möller beim symbolischen ersten Rammschlag formulierte. Doch die neuen Molen erhöhen nicht nur die Sicherheit, die Bauwerke werden auch weiter draußen auf der Müritz installiert, damit es künftig mehr Platz im Hafenbecken gibt – 250 statt 170 Liegeplätze.

Viel Platz gibt es bereits unter Wasser – und das ist das eigentliche Problem: Nicht nur, dass die Müritz bereits an der Hafeneinfahrt zwischen 11 und 12 Meter tief ist, es folgt noch eine 20 Meter dicke Schicht aus Sand und Mudde (Sedimente mit größeren organischen Anteilen), die für eine Mole nicht tragfähig ist. Konsequenz ist das anspruchsvolle Fundament, das auf den 180 Pfählen basiert, die bis zu fast 60 Meter in die Müritz vibriert und gerammt werden müssen.

„Das ist keine Regellösung, dieses Bauwerk ist ein Unikat“, klingt ein wenig Stolz beim Architekt heraus. Mit seinem Team hat er seit dem ersten Spatenstich im Herbst vergangenen Jahres alles vorbereitet, um jetzt den kompliziertesten Teil der Hafensanierung in Angriff zu nehmen. „Dies ist das Herzstück“, weiß Wolfgang Horn um die Wichtigkeit dieses Bauabschnitts – der Ende 2015 abgeschlossen sein soll. „Bisher liegen wir zeitlich im Plan“, zeigt sich der Bürgermeister zufrieden. Dem milden Winter sei Dank. Dank auch an das Land Mecklenburg-Vorpommern, das das Projekt mit 80 Prozent Fördermitteln erst ermöglicht hat. Ohne Landesgelder hätte die Stadt Waren die Hafenerweiterung nicht stemmen können.

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