Kaffeefahrten:

Alles Käse: Betrüger auf Opfer-Fang

Fernseher, Reise, Bargeld. Und das alles geschenkt. Für Eckard Bergmann war der Fall klar. An diesem Schreiben muss etwas faul sein. Doch den Betrügern der "Käserei Jong" gehen noch viel zu viele Müritzer auf den Leim.

 Nur ums Geld von Ahnungslosen und Gutgläubigen geht es Abzockern wie den Betrügern der angeblichen Käserei Jong.
dpa/Federico Gambarini  Nur ums Geld von Ahnungslosen und Gutgläubigen geht es Abzockern wie den Betrügern der angeblichen Käserei Jong.

„Die Branche boomt“, sagt Joachim Geburtig. Der Jurist von der Verbraucherzentrale Mecklenburg Vorpommern kennt sich aus mit dem Thema Kaffeefahrten. Immer wieder wird davor gewarnt und trotzdem: Täglich fallen Menschen dabei auf Betrüger rein.

Dem Warener Eckard Bergmann ist das nicht passiert. Er brachte das Schreiben der „Käserei Jong“ in die Redaktion des Nordkurier. Persönlich an ihn adressiert, macht das Unternehmen große Versprechungen. Einen Fernseher habe er gewonnen und ein Lebensmittelpaket, dazu Bargeld und eine Reise. Gesamtwert mehr als 1000 Euro. „Alles Quatsch“, bestätigt Joachim Geburtig den Verdacht. Den Absendern geht es nur darum Gutgläubige auf fadenscheinige Verkaufsveranstaltungen zu locken. Kommende Woche soll sich Eckard Bergmann am Bahnhof abholen lassen, um bei einer Bustour die Preise in Empfang zu nehmen. Wohin man ihn bringen will, wird nicht verraten. „Oft sind selbst die Busfahrer und die Gastwirte, die ihre Räume vermieten, ahnungslos mit wem sie sich da einlassen“, so Geburtig. Und mit dieser Masche ist richtig Geld zu machen, sagt Geburtig. Schätzungen zufolge werde mit solchen „Kaffeefahrten“ in Deutschland mehr Geld umgesetzt als mit Pornographie und anderen fragwürdigen Geschäften.

„Wir raten bei solchen Einladungsschreiben zu äußerster Vorsicht“, so Eike Wiethoff von der Polizeiinspektion Neubrandenburg. Doch eine rechtliche Handhabe gebe es selten. Gegen die Schreiben und Gewinnversprechen ohnehin nicht. „Dadurch entsteht niemandem ein Schaden“, so Wiethoff. Selbst wenn sich nach der Veranstaltung verärgerte Kunden melden, könne die Polizei selten helfen.

Für Joachim Geburtig sind die Käse-Betrüger keine Unbekannten. „Diese Briefe kursieren seit Jahren.“ Das Unternehmen gebe es gar nicht, dahinter stehe ein Geflecht von Briefkastenfirmen. Auf keinen Fall sollte man angegebene Telefonnummern nutzen, um den Absender zu überprüfen. „Da hat man gleich einen Vertrag an der Backe“, so der Experte. Er rät: Ab damit in den Papierkorb.

 

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