Volkssolidarität tritt Solidarität mit Füßen:

Alte Mieter voller Angst

Von wegen Solidarität: Die Mieter einer Anlage für Betreutes Wohnen der Volkssolidarität in Röbel sind erschreckt und verunsichert. Den alten Menschen wurde übel mitgespielt.

Was geschah hinter diesen Mauern? Bewohner und Angehörige sind zutiefst besorgt.
Petra Konermann Was geschah hinter diesen Mauern? Bewohner und Angehörige sind zutiefst besorgt.

Es war der gute Ruf der Volkssolidarität, der eine Röbelerin (Name der Redaktion bekannt) veranlasst hatte, ihre Eltern in der Röbeler Anlage für Betreutes Wohnen der Volkssolidarität unterzubringen. Doch nur wenige Monate nach dem Einzug der Eltern ist der gute Ruf dahin – und zwar nicht nur in den Augen dieser Röbelerin. Denn das, was der Sozial- und Wohlfahrtsverband seinen Mietern zumutete, hat in der Müritzstadt hohe Wellen der Empörung geschlagen.

Sperrmüll-Berge türmen sich

Die zumeist älteren Bewohner in der Ahorn-Allee 13 bis 15 hatten eine Einladung zu einer Versammlung in die Gemeinschaftsräume der Wohnanlage bekommen. Dort wurde ihnen dann mitgeteilt, dass der Mietvertrag für genau diese Räume gekündigt wurde, dass die Volkssolidarität ihre Arbeit als Betreiberin der Anlage einstellen werde. Kaum gesagt, begannen die Mitarbeiterinnen sofort nach dem Ende der Versammlung auch schon, die Gemeinschaftsräume auszuräumen. Sperrmüll-Berge türmten sich tagelang vor der Wohnanlage auf – ein für alle unübersehbares Zeichen, dass in der Wohnanlage offenbar ein neuer Wind weht. Auch dem Essenlieferanten wurde gekündigt, um dann einen neuen Lieferanten zu verpflichten. Da dieser aber vor allem Essen an Schulen liefert und an den Wochenenden nicht kocht – also an diesen beiden Tagen auch keine Mittagsmahlzeiten ans Betreute Wohnen der Volkssolidarität  geliefert werden konnte – musste ein dritter Versorger gefunden werden. „Das schuf bei den Mietern zusätzliche Verwirrung und verunsicherte viele noch mehr“, erzählt die Tochter. 

"Schlimme Szenen im Haus"

„Über die neuen Entwicklungen beim Betreiber wurden weder die Angehörigen rechtzeitig informiert, noch die Betreuer, die für einige Mieter der Wohnanlage zuständig sind. Es spielten sich in dem Haus schlimme Szenen ab. Viele Mieter haben geweint, waren sehr aufgebracht und hatten Angst, dass sie nun ausziehen müssen und sie möglicherweise nicht wissen wohin", berichtet die Röbelerin gegenüber dem Nordkurier.

Das hat inzwischen offenbar auch der Kreisverband der Volkssolidarität Mecklenburg/Mitte eingesehen. „Leider konnten trotz aller Bemühungen nicht alle Besorgnisse, Irritationen oder Unsicherheiten ausgeräumt oder beigelegt werden. Diese starke emotionale Belastung bedauern die Eigentümer der Wohnanlage und die Volkssolidarität außerordentlich“, teilte Barbara Schäfer, hauptamtliche Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes der Volkssolidarität mit Sitz in Güstrow, schriftlich mit. Man habe den Mietern und Angehörigen schriftlich und auch mündlich über die bevorstehenden Veränderungen informiert, führt Barbara Schäfer ins Feld. Unbestritten aber bleibt: Die Volkssolidarität hat den General-Mietvertrag mit den Eigentümern der Wohnanlage gekündigt.

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