Ausfall durch Personalnot :

An der Landesfeuerwehrschule brennt es lichterloh

Nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren im Land haben mit Personalnot zu kämpfen. Auch an der Landesschule in Malchow fehlen die Lehrkräfte. Stau in puncto Ausbildung ist die Folge. Mit welcher Folge für den Brandschutz?

Im Brandübungshaus können für die Ausbildung der Kameraden verschiedene Szenarien simuliert werden. Ein Herdbrand gehört dazu.
Simone Pagenkopf Im Brandübungshaus können für die Ausbildung der Kameraden verschiedene Szenarien simuliert werden. Ein Herdbrand gehört dazu.

Dicker Qualm zieht durch das Brandübungshaus der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow. Der Ernstfall wird dort zwar nur simuliert, an der Schule selbst brennt es allerdings wirklich. Personalnot. Es fallen Lehrgänge aus oder werden erst gar nicht angeboten. "Das behindert uns schon ganz schön, insbesondere wenn es um Führungs- und Spezialausbildung geht", ärgert sich Norbert Rieger, Kreisbrandmeister im Seenplattenkreis.

19 Mitarbeiter zählt die Landesschule zurzeit. Zehn von ihnen sind in der Lehre eingesetzt. Jedenfalls theoretisch. Denn rechnet man die Zeit hoch, die für technische Bereitstellungen unter anderem am Brandübungshaus drauf geht, könne man eigentlich anderthalb Kräfte gleich wieder abziehen. "Die größeren Schulen haben Fachbereiche mit mehreren Mitarbeitern. Wir haben Mitarbeiter mit mehreren Fachbereichen", stellt Johannes Schuldt, Direktor der Landesschule, fest.

Schon jetzt gibt es eine Ausnahmegenehmigung 

Dazu kommt, dass es aus Krankheitsgründen Ausfälle gab. Nicht nur, dass Lehrgänge deshalb kurzfristig abgesagt werden mussten, die Lehrkräfte kommen dann auch nicht nach, Lehrgänge neu zu konzipieren. Für "Leiter einer Feuerwehr" stehe das zum Beispiel an. Dieser Lehrgang findet nun in diesem Jahr gar nicht statt und wird erst 2016 wieder angeboten. Zwar müsse ein Kamerad, wenn er Wehrführer wird, innerhalb von zwei Jahren die Ausbildung machen. "Wir haben aber schon eine Ausnahmegenehmigung beantragt, dass die Wartezeit um ein Jahr verlängert wird", sagt der Direktor.

Denn die Zahlen sind ernüchternd. Aus den Kreisen ist Bedarf für 275 Leute angemeldet, Platz gibt es in einem Lehrgang für 24. Nicht besser sieht es mit den Teilnehmertagen aus. Zirka 6300 waren es im vergangenen Jahr. Bei 12000 hätten es sein müssen, um dem Ausbildungsbedarf der Feuerwehrleute gerecht zu werden. Mit dem vorhandenen Personal sei es völlig unmöglich, den Stau, der da ist, abzubauen, so Schuldt.

Vier - besser als nichts und doch zu wenig

Er will nun vier weitere Stellen beantragen. Die müsste das Land für den Doppelhaushalt 2016/17 aber erst genehmigen. Die Landes-CDU-hat bereits angekündigt sich für die Lehrer-Aufstockung an der Landesschule einzusetzen. Doch ob das reicht? "Wenn wir sie bekommen, ist die noch größere Schwierigkeit, wo bekommen wir die Leute her", macht Johannes Schuldt deutlich. "Es könnte sein, dass wir erst selbst Leute ausbilden müssen", fügt er hinzu. Und ohnehin: Vier Stellen mehr seien am Ende auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, macht er sich nichts vor.

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