Poller in Malchow:

An der weißen Linie heißt es Stopp

Malchows größte Baustelle der letzten Jahre hat den Bürgern nicht nur eine neue Drehbrücke, sondern auch eine Poller-Anlage zur Absperrung der Insel beschert. Die Vorbereitungen für die In-Betriebnahme laufen bereits im Rathaus.

Wer als Radler ab Dezember auch nach Mitternacht unterwegs ist, dem können die Poller ziemlich egal sein. Die Anlage soll nächtlichen Autoverkehr von der Malchower Insel fernhalten. Foto: Petra Konermann
Petra Konermann Wer als Radler ab Dezember auch nach Mitternacht unterwegs ist, dem können die Poller ziemlich egal sein. Die Anlage soll nächtlichen Autoverkehr von der Malchower Insel fernhalten. Foto: Petra Konermann

Die Hürden für ein nächtliches Durchfahren der Insel haben die Stadtvertreter hoch gelegt: Nur wer zuvor im Rathaus der Inselstadt mit seiner Handy-Nummer registriert wurde, für den senken sich ab Dezember die Poller. Die sind am Erddamm und in der Kirchenstraße zu finden und werden zwischen Mitternacht und morgens fünf Uhr hochgefahren. Ein schriftlicher Antrag an die Stadtverwaltung ist notwendig, um im Anschluss zwei Nummern zu erhalten - jeweils eine pro Poller-Anlage, erklärt Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne). Will dann jemand während der Sperr-Zeit auf die Insel fahren, dann muss er mit seinem Auto an eine weiße Linie heranfahren und die entsprechende Nummer entweder für den Erddamm oder die Kirchenstraße anwählen. Das System erkennt anhand der Nummer, ob es sich um einen registrierten Fahrer handelt und senkt die Poller. "Einfach die Poller-Nummern an Andere weiter geben, geht nicht. Das System lässt nur Fahrer mit den registrierten Nummern durch", macht Stein deutlich. Wer während der Sperrzeiten runter von der Insel will, der hat es deutlich einfacher: Nur an die weiße Linie heran fahren, warten und die Poller senken sich automatisch.

Ziel der Sperr-Aktion: Die Inselbewohner sollen weniger Lärm von vorbei rollenden Autos ertragen müssen (der Nordkurier berichtete). Doch gerade diesen Effekt bezweifelt Gerald Reeps, der Fraktionsvorsitzender der Offenen Wählerliste Malchow (OWM) in der Malchower Stadtvertretung ist. Für ihn ist Zahl der Fahrzeuge, die von der Poller-Anlage betroffen sind, mit "überschaubar noch schmeichelnd umschrieben." Reeps geht so gar noch weiter: "Es gibt zwar bedauerlicherweise noch immer keine Erhebung darüber, wie viel Lärm dadurch verhindert wird. Ich halte es jedoch für durchaus möglich, dass nicht ein einziges Fahrzeug weniger die Insel nutzen wird." Er befürchtet, dass die neue Regelung, ab Dezember die Insel durch Poller zu sperren, keinerlei positiven Effekt auf die berechtigten Sorgen der Inselstädter haben wird. "Doch selbst wenn einige wenige Fahrzeuge in den Nachtstunden von der Insel ferngehalten werden, bleibt das Hauptproblem zur Tageszeit und vor allem zu den Brückenöffnungszeiten bestehen". macht Gerald Reeps seine Position deutlich.

Bürgermeister Stein hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die neue Satzung nicht unumstößlich ist. Schon im Frühjahr 2014 soll über die Erfahrungen und Effekte der Poller-Lösung beraten werden. Stein begegnet auch den Kritikern, die hinsichtlich der Registrierung von Handy-Nummern Datenschutz-Bedenken haben.  "Gesetzt den Fall, jemand käme wirklich an die Daten heran, dann hat er nur Telefonnummern mit den dazugehörenden Namen in den Händen. Wenn man das kritisch sehen will, dann müsste man auch ein ganz normales Telefonbuch verbieten", kontert Stein.

 

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