Brief aus der Ferne:

An „Euer Gnaden“ in Penzlin

Im Rathaus zu "Punschendörp" ist weit gereiste Post eingetroffen. Der Brief hat nicht nur Tausende Kilometer hinter sich, sondern erschien dem Bürgermeister auch ziemlich unverständlich. Obwohl er sich über die höfliche Anrede gefreut hat.

Bunt und exotisch. Sri Lanka. Ein Städtchen von dort möchte jetzt Partnerstadt von Penzlin werden.
dpa Bunt und exotisch. Sri Lanka. Ein Städtchen von dort möchte jetzt Partnerstadt von Penzlin werden.

Briefmarkensammlern im Penzliner Rathaus schlagen die Herzen höher. Denn gerade hat Bürgermeister Sven Flechner (Wählergemeinschaft) Post aus dem fernen Sri Lanka erhalten. Der Bürgermeister der Stadt Nattandiya bittet in einem Brief seinen Amtskollegen und die „ehrenwerten Ratsmitglieder“ darum, über Möglichkeiten des kulturellen Austausches zwischen beiden Städten nachzudenken. Und in Erwägung zu ziehen, ob „Ihre Gnaden“ dem Besuch einer Delegation aus Nattandiya im Frühjahr 2014 zustimmen mag.

Flechner ist noch immer total überrascht. Nicht nur, das er von dem Städtchen in Sri Lanka noch nie gehört hat, Flechner kann sich auch immer noch nicht erklären, wie die Männer von der Insel im Indischen Ozean gerade auf Penzlin gestoßen sind. „Vielleicht“, mutmaßt das Stadtoberhaupt, „weil wir Mitglied im weltweiten Netz der Citta-slow-Gemeinden sind?“ Jedenfalls wird „Seine Gnaden“ Flechner gebeten, den Rat in Nattandiya zu kontaktieren. Darüber wird in den nächsten Tagen der Kulturausschuss der Stadtvertretung befinden. „Und warum nicht auch mal eine Dienstreise nach Sri Lanka?“, fragt der Bürgermeister scherzhaft. Nachgeschaut hat man in der Stadtverwaltung schon mal auf der Karte. Und festgestellt, das sich die nachfragende Kommune ganz dicht an der malerischen Westküste Sri Lankas befindet. Noch ein wenig stolzer als vorher ist Sven Flechner jetzt auch auf seine Mitarbeiter im Rathaus. Die haben ihm nämlich geholfen, den ganzen Brief auch komplett zu verstehen. Der war nämlich in der auf Sri Lanka üblichen Amtssprache Englisch verfasst. „Mein Englisch reicht kaum über etwas Schulkenntnis hinaus“, so der Bürgermeister zerknirscht.

Aber vielleicht hat sich auch bis Sri Lanka herum gesprochen, was die Penzliner gerade wieder geschafft haben: „Trotz eines kaputten Haushalts bohren wir ganz dicke Löcher“, so Flechner. Der Generalbauvertrag mit einem Potsdamer Architekturbüro ist beschlossene Sache, im Juli 2014 soll der teilweise Abriss und die Sanierung der maroden Grundschule über die Bühne gehen. 4,4 Millionen Euro kostet die Angelegenheit. Und Penzlin muss davon nur eine halbe Million zahlen. Der „Rest“ sind Fördermittel.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung