Vorgetäuschte Straftat:

Anklage nach erfundener Erpressung

Für die falsche Behauptung, er sei von Ausländern erpresst worden, muss sich ein Mann aus Waren in einem Prozess verantworten.

Die erfundene Erpressung führt einen Warener nun vor Gericht.
Daniel Reinhardt Die erfundene Erpressung führt einen Warener nun vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hat vor dem Amtsgericht in Waren einen 45 Jahre alten Mann angeklagt, der sich als Opfer einer vermeintlichen Erpressung durch Ausländer ausgegeben hatte. Die Anklagebehörde wirft dem Warener das Vortäuschen einer Straftat vor. „Er hat eingeräumt, den Vorfall erfunden zu haben“, teilte Gerd Zeisler mit. Warum der Mann sich die Geschichte mit der Erpressung ausgedacht hat, konnte der Oberstaatsanwalt nicht sagen. „Das wird sich im Prozess klären.“ 

Der Fall war im Januar durch einen Beitrag im sozialen Netzwerk Facebook ins Rollen gekommen, in dem der angebliche Überfall beschrieben wurde. Den Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der 45-Jährige zunächst angegeben, von einer Gruppe Ausländer in einer Bank bedroht und erpresst worden zu sein. Die Polizei machte das vermeintliche Opfer ausfindig. In den weiteren Vernehmungen gab der Mann dann allerdings zu, sich die Erpressung nur ausgedacht zu haben und anders als zunächst behauptet auch keine Anzeige erstattet zu haben. Zur Aufklärung der Lügengeschichte trug nach Angaben der Polizei auch die Videoüberwachung in der Bank bei. Auf den Bändern sei eindeutig zu erkennen gewesen, dass es zwischen dem Mann aus Waren und der Gruppe überhaupt keinen Kontakt gegeben habe.

Auf das Vortäuschen einer Straftat steht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.