Neueste Erwerbslosenzahlen in der Müritzregion:

Arbeitsmarkt enttäuscht ein weiteres Mal

Wenn der Herbst beginnt, haben es vor allem die Frauen schwer auf dem Arbeitsmarkt – jedenfalls statistisch.

Siglinde Schiefert, Teamleiterin der Arbeitsvermittlung für Röbel und Waren
Carsten Schönebeck Siglinde Schiefert, Teamleiterin der Arbeitsvermittlung für Röbel und Waren

Der lange Winter rächt sich immer noch. So jedenfalls sieht man es bei der Agentur für Arbeit. Die neuesten Statistiken liefern schlechte Zahlen. Das gilt für den Landkreis wie für die Müritzregion. Im Oktober waren deutlich mehr Menschen ohne Arbeit als noch im Vormonat. Dabei hatten die Arbeitsvermittler eigentlich mit einer sogenannten Belebung gerechnet. Doch der lange Winter, der Schnee und Eis bis in den Aprilhinein brachte, hat den Markt durcheinander gewirbelt. So interpretiert Hans-Martin Rump die derzeitige Situation. Er ist Chef der Arbeitsagentur Neubrandenburg.

Im vergangenen Jahr hatte es zur gleichen Zeit noch einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit gegeben. Vor allem, weil zu Beginn des Herbstes viele Firmen noch einmal neue Leute eingestellt hatten. Dass es in diesem Jahr nicht so gekommen ist, ist gleich doppelt dramatisch. Denn schon im Sommer lagen die Zahlen höher als in den vergleichbaren Monaten des Vorjahres.

Eine schlüssige Erklärung für diese Entwicklung hat man bei den zuständigen Stellen nicht. Siglinde Schiefert, Teamleiterin der Arbeitsvermittlung für Röbel und Waren, hofft allerdings, dass sich die derzeitige Entwicklung als eine statistische Schwankung herausstellt. Vor allem im Baugewerbe und in der Tourismusbranche werden rechtzeitig vor dem Wintereinbruch Mitarbeiter entlassen. Ein Effekt, der sonst allerdings erst ab November greift. Der, so die Expertin, könne sich in diesem Jahr ein wenig nach vorne verschoben haben. „Im Baubereich kann es allerdings auch mit einer insgesamt schlechten Auftragslage zu tun haben“, räumt Schiefert ein.

Während man im Bereich Waren noch auf eine normale statistische Schwankung hoffen kann, sind in Röbel und Umgebung immerhin fast zehn Prozent mehr Menschen ohne Job als im vergangenen Jahr um die gleiche Zeit. Von den Entlassungen der letzten Wochen sind vor allem die Frauen in der Müritz-Region betroffen. Sie arbeiten vor allem als Saisonkraft in Hotels oder Gaststätten.