Demonstration kleiner als erwartet:

Demonstration gegen Asylpolitik zieht durch Waren

Bis zu 250 Demonstranten waren angemeldet, gestartet sind vor dem Warener Kino am späten Sonnabendvormittag weit weniger. Im dichten Schneegestöber blieb die Polizei in der Überzahl.

Unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen ist die asylfeindliche Demo am Sonnabendvormittag am Warener Amtsbrink gestartet.
Udo Roll Unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen ist die asylfeindliche Demo am Sonnabendvormittag am Warener Amtsbrink gestartet.

An einem Protestzug durch die Stadt Waren nahmen deutlich weniger Personen teil, als die im Vorfeld angekündigten 250 Demonstranten. Nach Schätzungen der Polizei waren an dem zweistündigen Marsch gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik am Samstagvormittag etwa 40 bis 50 Demonstranten beteiligt. Der Protest verlief friedlich und störungsfrei, teilte ein Polizeisprecher dazu mit. Die Polizei war mit 76 Beamten im Einsatz.

Die Demonstranten, unter denen auch Kinder mitliefen, hatte sich gegen 11 Uhr vom Warener Amtsbrink mit "Wir sind das Volk"-Rufen in Richtung des Wohnviertels Papenberg in Bewegung gesetzt. Von dort wurde der Marsch zum Neuen Markt für eine Zwischenkundgebung fortgesetzt. Bekannte NPD-Aktivisten wie etwa die Stadtvertreterin Doris Zutt nahmen an dem Protestzug nicht teil, verfolgten den Marsch durch die Warener Innenstadt aber vom Gehsteig aus.

Auf Gegenveranstaltung bewusst verzichtet

Am Rande des Aufmarsches fanden vereinzelt friedliche Gegenproteste statt. Am Haus der Warener Touristeninformation hing ein großes Plakat mit der Aufschrift „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“ Zu den Gegendemonstranten auf dem Markt gehörte diesmal auch Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD). "Es erfüllt mich mit Sorge, wenn ich so etwas sehe", sagte er angesichts des fremdenfeindlichen Aufzuges im Zentrum der Stadt. Ein Demonstrant mit einem Schild "Flüchtlinge willkommen" bezeichnete die Asylgegner als Faschisten: "Die verkünden die gleichen Parolen wie in der Nazi-Zeit."

Auf groß angelegte, öffentliche Gegenveranstaltungen hatten die demokratischen Parteien der Stadt laut Möller in Absprache mit Flüchtlings-Initiativen und Ehrenamtlichen Helfern bewusst verzichtet. Zwei Kirchgemeinden der Stadt hatten stattdessen zu öffentlichen Andachten in ihre Gotteshäusern eingeladen, an der auch der Bürgermeister teilgenommen hatte. Bei den Andachten habe sich deutlich gezeigt, dass es in Waren viele Menschen gebe, die der Aufnahme von Flüchtlingen aufgeschlossen gegenüber stehen.