Schiffsreise:

Auf dem Wasserweg durch halb Europa

Nicht nur auf den Betonpisten kann man viele Kilometer zurücklegen, um andere Städte zu besuchen. Da gibt es auch die Wasserstraßen. Die sind inzwischen genau so belebt wie die Autobahnen. Aber es dauert länger, bis man ankommt.

Horst und Marlies Triphan schauen in ihrem Boot auf die Karte und planen schon wieder für die nächste Saison ihre Reisen auf dem Wasser.
Gudrun Herzberg Horst und Marlies Triphan schauen in ihrem Boot auf die Karte und planen schon wieder für die nächste Saison ihre Reisen auf dem Wasser.

„Wo wart ihr denn in diesem Sommer?“, werden Marlies und Horst Triphan aus Loitz jetzt häufig gefragt. Denn die Bootssaison ist zu Ende, die „Uns Hüsum“ kommt ins Winterlager. „Wir haben schon viele Länder bereist, aber in der Nähe ist es auch schön. In diesem Jahr waren wir in Berlin und Potsdam, mal nicht ganz so weit wie Paris und die Niederlande“, sagt Horst Triphan und schmunzelt. Die Wasserwege sind doch etwas länger. „Wie lange fahren Sie bis nach Berlin?“, fragt er die Redakteurin. „Nun, zwei Stunden“. Bei den Triphans dauert so eine Fahrt allerdings eine ganze Woche. Denn mit dem Boot geht das nicht so schnell, und man will schließlich auch noch etwas von der Landschaft sehen. Anfang Mai starteten Triphans zu ihrer Fahrt nach Berlin. Von der Peene führte sie der Weg ins Stettiner Haff, in den Oder-Havel-Kanal bis zur ersten Schleuse, dem Schiffshebewerk Niederfinow. „Das ist schon imposant, wenn das Boot dann 36 Meter hochgehoben wird“, erzählt der Loitzer. Und man sei dann mit der Berufsschifffahrt auf du und du.

In Berlin gebe es mehrere kostenlose Schiffsanleger, das sei schon eine gute Sache. „Berlin kann sich das leisten“, meint Triphan. In der Hauptstadt sind die Loitzer dann viel mit den Fahrrädern unterwegs, da gebe es sehr viele Möglichkeiten, auch um Berlin herum. „Ein besonderes Erlebnis ist aber auch die Schifffahrt durch Berlin, am Regierungsgebäude und der Museumsinsel vorbei. Am Tage braucht man da allerdings Funk, weil die Wasserstraßen sehr belebt sind“, sagt Horst Triphan. „Darum haben wir ab 19 Uhr, wenn es ruhiger ist, diese Fahrt noch einmal wirklich genossen. Berlin hat eine sehr schöne Wasserlandschaft“, schwärmt Marlies Triphan.

Sie ist auf Wasser immer an der Seite ihres Mannes. Allein wolle Horst Triphan das auch nicht machen. Schon seit 1962 sind beide auf dem Wasser unterwegs. Zuerst mit einem Segelboot, und vor 12 Jahren haben sie sich dann für das Motorboot entschieden. „Mit 60plus ist das dann nichts mehr, da haben wir mit der Segelei aufgehört, und sind glücklich im Motorboot“, sagt Horst Triphan.

Vier Monate im Jahr sind die Beiden auf dem Wasser unterwegs. Zweimal waren sie schon in Frankreich, den Niederlanden und in Luxemburg. Auch nach Polen führt sie ihre Fahrt. „Wir sind beide gesund und freuen uns immer auf unsere Fahrten“, sagt Marlies Triphan. Ihre Lieblingsreviere sind Hiddensee, Usedom und Rügen. „In Polen sind schöne Häfen entstanden, da gibt es auf deutscher Seite noch Nachholebedarf“, meint Horst Triphan. Die Loitzer sitzen schon wieder über der Karte und machen Pläne für das nächste Jahr.

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