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Außenhaut erhält Verjüngungskur

VonPetra KonermannErst oben, dann unten: An der Klosterkirche in Malchow wird wieder gebaut. Doch an anderer Stelle, als ursprünglich geplant. Zu tun gibt es ...

Der Turm der Klosterkirche ist bereits saniert, nun sollen Dach und Fassade des Kirchenschiffes an die Reihe kommen.

VonPetra Konermann

Erst oben, dann unten: An der Klosterkirche in Malchow wird wieder gebaut. Doch an anderer Stelle, als ursprünglich geplant. Zu tun gibt es an dem historischen Gebäude jede Menge.

Malchow.Der Sicherheitszaun rings um einen Teil der Klosterkirche steht schon so lange, dass er von häufigen Besuchern wohl gar nicht mehr wahrgenommen wird. Aber nicht umsonst ist er einst gezogen worden. Die Gefahr, von oben eins aufs „Dach“ zu bekommen, ist allgegenwärtig. So marode sind einige Fassaden- und auch Dachteile, dass Besucher davor geschützt werden müssen. Doch nun sind Gelder da, diesem Zustand ein Ende zu bereiten. Dabei war ursprünglich vorgesehen, genau diese Außenanlagen am Boden zu sanieren, die jetzt noch von dem Zaun abgesperrt werden. „Bevor noch etwas passiert, muss erst das Dach saniert werden, erst dann kommen die Außenanlagen an die Reihe“, erklärt Architekt und Stadtplaner Rainer Autzen auf Nachfrage. Mit Hochdruck wird in seinem Büro nun daran gearbeitet, die notwendigen Unterlagen zusammen zu stellen, damit das Vorhaben Dach- und Fassadensanierung noch in diesem Jahr über die Bühne gehen kann. Mit EU-Fördermitteln soll es finanziert und möglichst bald abgeschlossen werden. In zwei bis drei Wochen, so schätzt es Rainer Autzen ein, wird ein neues Gerüst die Klosterkirche umhüllen. „Das wird nicht nur bei den Bauarbeiten benötigt, sondern auch vorher für eine Bestandsaufnahme“, so der Architekt. Denn von Nahem ist sehr viel genauer zu überprüfen, welche Steine ersetzt werden müssen. „Leidvolle Erfahrungen“, wie es Autzen nennt, haben die Malchower im vergangenen Jahr sammeln müssen, als bei der Sanierung des Klosterkirchturmes zwei Mal falsche oder mangelhafte Ziegelsteine aus der Ziegelei geliefert wurden und so die Bauarbeiten behindert haben (der Nordkurier berichtete). „Das wollen wir uns dieses Mal ersparen, vielleicht gibt es die Möglichkeit, den Auftrag direkt an eine Ziegelei zu vergeben und so eine bessere Kontrolle zu haben“, erklärt Rainer Autzen. Innerhalb des neuen Sanierungsprojektes auf dem Kloster soll dann auch die neue Treppe hinauf auf den Klosterkirchturm installierte werden – der entscheidende Schritt hin zu den Aussichtsplattformen, die dann Besuchern erstmals auch einen Blick vom Kloster auf Seen und Stadt Malchow liefern soll. Die Sanierung von Kirchen-Außenhülle und -dach schätzt Architekt Autzen als „wichtigen Schritt“ bei der Entwicklung des Klosters ein. Das wird von der Stadt Malchow als Eigentümerin seit Jahren und in mehreren Schritten aufwändig restauriert. Im Kloster selbst befinden sich bereits Ausstellungsräume mit Werken regionaler Künstler wie Sieghard Dittner oder Rudolf Gahlbeck. In der Klosterkirche selbst ist das Orgelmuseum untergebracht, das mit vielen spielbaren Instrumenten über die Mecklenburgische Orgelbaugeschichte unterrichtet.

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p.konermann @nordkurier.de