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Autobahn-Brücke plötzlich für Brummis dicht

An der Autobahn-Brücke über die Müritz-Elde-Wasserstraße wurden Risse entdeckt. Ab sofort ist sie für den Schwerverkehr gesperrt. Die Laster werden umgeleitet – Leidtragende sind die Gemeinden in der Region. 

Da geht‘s lang. LKWs dürfen seit Mittwochmittag nicht mehr über die Petersdorfer Brücke fahren. Hartmut Rabe von der Autobahnmeisterei zeigt einem Brummifahrer die Umleitung.
Udo Roll Da geht‘s lang. LKWs dürfen seit Mittwochmittag nicht mehr über die Petersdorfer Brücke fahren. Hartmut Rabe von der Autobahnmeisterei zeigt einem Brummifahrer die Umleitung.

Punkt 12 Uhr waren die Zufahrten zur Petersdorfer Autobahnbrücke bei Malchow für den Schwerverkehr gesperrt: Eine der Hauptverkehrsadern von Berlin zur Ostsee – die Autobahn 19 – ist seit Mittwoch Mittag für Lkw und Busse gesperrt.

„Die Sperrung in Richtung Rostock ist unumgänglich, um weitere Schäden an der Brücke zu vermeiden“, sagte Ina-Maria Ulbrich, Staatssekretärin im Landesverkehrsministerium, auf einem kurzfristig einberufenen Treffen in Petersdorf. Das Bauwerk müsse geschont werden – Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen müssen deshalb ab sofort eine 22 Kilometer lange Umleitung in Kauf nehmen. Der Pkw-Verkehr und die Fahrtrichtung nach Süden sind laut Ulbrich nicht betroffen.

Ein Laster so schlimm wie alle Autos zusammen

Experten hatten nach Schweißarbeiten Risse an der Metallkonstruktion der Teilbrücke nach Norden festgestellt. Für die Sanierung waren dort Metallplatten zur Verstärkung angeschweißt worden, um den Verkehr komplett zu übernehmen und die andere Teilbrücke nach Süden abreißen und erneuern zu können.

Nach den Arbeiten waren aber Schäden in den Schweißnähten gefunden worden, die sich in die Hauptträger ausbreiten könnten. Das genaue Ausmaß der Beschädigung ist aber noch unklar, die Analyse schwierig. „Mit Ultraschall kommen wir da nicht durch“, erklärte Olaf Mertzsch, Dezernent für Brückenbau im Landesamt für Straßenbau.

In einer Frage sind sich die Experten aber einig: Würden die schweren Brummis weiter über die Brücke rollen, „könnte dies zum Gesamtversagen des Tragwerkes führen“. Ein einzelner LKW verursache eine Belastung wie der gesamte tägliche PKW-Verkehr. „Die schweren Fahrzeuge erzeugen Erschütterungen und Schwingungen. Die Risse könnten sich ausweiten.“ Man habe umgehend reagieren müssen.

22 Kilometer Umweg

Die Umleitungen wurden innerhalb von 24 Stunden eingerichtet. „Die Schilder haben wir sofort drucken lassen“, erklärte Ronald Normann, Leiter des Autobahnamtes Güstrow. An der Anschlussstelle in Richtung Rostock hatten sich Mitarbeiter der Autobahnmeisterei mit einer Flagge postiert, um die LKW-Fahrer umzuleiten.

Die Sperrung soll zunächst bis Herbst dauern. Spezialisten wollen die beschädigte Teilbrücke wieder stabilisieren. „Ob die Verstärkungen greifen, ist aber noch nicht sicher“, sagte Ulbrich. Betroffen vom Umleitungsverkehr ab der Abfahrt Röbel sind unter anderem Stuer, Alt Schwerin und der Luftkurort Plau. Bis zu 1000 Lastwagen pro Tag könnten demnächst durch den Kurort rollen. Bürgermeister Norbert Reier stellt sich auf einen lauten Sommer ein. Und auch Staus sind nach Aussagen der Experten nicht auszuschließen.