Brisante Details aus Klageschrift des Ex-Geschäftsführers:

Awo-Chefin leistet sich Beraterin für 1000 Euro pro Tag

Während der Awo-Landesverband versucht, mit einem Maßnahmenkatalog den Wildwuchs bei den Geschäftsführergehältern in den Kreisverbänden zu beschneiden, dringen weitere brisante Details aus der Awo Müritz an die Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt stehen erneut Ex-Geschäftsführer Peter Olijnyk und seine langjährige "rechte Hand" Simone Ehlert. 

Awo-Chefin Simone Ehlert hat eine Klage ihres Vorgängers auf dem Tisch.
Axel Heimken Awo-Chefin Simone Ehlert hat eine Klage ihres Vorgängers auf dem Tisch.

So leicht möchte sich der ehemalige starke Mann der Awo Müritz nicht aufs Abstellgleis schieben lassen - Peter Olijnyk klagt vor dem Landgericht Neubrandenburg gegen seine fristlose Kündigung als Awo-Geschäftsführer. Seinen Widerspruch begründet er auf sieben Seiten. Und diese sieben Seiten haben es in sich - Olijnyk fordert nicht nur von seinem alten Arbeitgeber eine knappe halbe Millionen Euro an vermeintlich ausstehenden Gehältern und Pensionsansprüchen, der 68-Jährige, der vom 1. Oktober 1994 bis zum 15. Juni diesen Jahres als Geschäftsführer im Awo-Kreisverband Müritz fungierte, schildert auch seine Entlassung aus seinem Blickwinkel.

Fast 500 000 Euro Gehalts- und Pensionsansprüche gefordert

Demnach sei vor geraumer Zeit von der Führungsebene verabredet worden, dass  Olijnyk zum 31. Dezember 2017 seinen Posten als Geschäftsführer regulär räumen sollte - bis dahin sollte seine Finanzchefin und Prokuristin Simone Ehlert als Nachfolgerin aufgebaut werden. Zwischenzeitlich allerdings kam es zwischen Olijnyk und Ehlert zu Streitereien über das Geschäftsgebaren innerhalb der Awo. Am Ende von Zwist und Zoff entließ der Vorstand Olijnyk, der Ex-Geschäftsführer wurde angezeigt, mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg gegen Olijnyk wegen des Verdachts der Untreue.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Olijnyk und Ehlert ging es unter anderem auch um eine auf Honorarbasis angestellte Beraterin. Laut Klageschrift sei diese hinter dem Rücken Olijnyks vom Vorstand installiert worden. Die Beraterin, die spezialisiert sei auf Führungs- und Persönlichkeitstraining, sollte Simone Ehlert fit für den Job der Geschäftsführerin machen. Nach Informationen des Nordkurier ist die Beraterin seit Ende 2014 für die Awo Müritz aktiv und erhält  einen Tagessatz in Höhe von 1000 Euro. In den vergangenen knapp zwei Jahren sollen aus der Awo-Kasse an die Beraterin Honorare in sechsstelliger Höhe geflossen sein. Auch während des im Sommer aufflammenden Awo-Skandals soll die Beraterin stets in engem Austausch mit Ehlert gestanden haben.

Simone Ehlert wollte sich aufgrund des laufenden Verfahrens zu Inhalten von Olijnyks Klageschrift nicht äußern.

 

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