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Awo-Chefin spricht von "verleumderischer Anzeige"

Mal reagierte sie gar nicht auf Interviewanfragen, mal ließ sie vereinbarte Gesprächstermine kurzfristig platzen – journalistische Auskünfte von Awo-Müritz-Geschäftsführerin Simone Ehlert zu bekommen, ist schwer. Jetzt aber äußert sich die langjährige Finanzchefin der Arbeiterwohlfahrt – in einem offenen Brief an die Mitarbeiter. Und teilt mächtig aus.

Awo-Müritz-Geschäftsführerin Simone Ehlert weist die gegen sie erhobenen Vorwürfe in Sachen Kitagebühren energisch zurück.
Axel Heimken Awo-Müritz-Geschäftsführerin Simone Ehlert weist die gegen sie erhobenen Vorwürfe in Sachen Kitagebühren energisch zurück.

Aus dem Nordkurier hatte Simone Ehlert Ende August/Anfang September erfahren, dass die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wegen des Verdachts der „unsachgemäßen Verwendung von Elternbeiträgen“ gegen sie ermittelt. Die Recherchen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft hatte in diesem Fall Monty Schädel, Elternvertreter an der Awo-Kita Buntspecht in Jabel, ins Rollen gebracht. Er hatte sowohl gegen Ehlert als auch gegen ihren Vorgänger auf dem Geschäftsführerposten, Peter Olijnyk, Anzeige erstattet. Seit Monaten, so Schädel, hätten Olijnyk und Ehlert Auskünfte verweigert, was mit den von den Eltern bezahlten Kitagebühren passiert sei.

Ehlert weist die gegen sie erhobenen Vorwürfe in Sachen Kitagebühren energisch zurück: „Offenkundig führt Herr Schädel hier eine Privatfehde. Er nutzt die massiven Vorwürfe gegen die alte Geschäftsführung, um sein persönliches Kita-Thema vom Frühjahr erneut zu platzieren. Was ihn treibt, was ihn so provoziert hat, dass er eine verleumderische Anzeige konstruiert, vermag ich nicht zu erklären.“

Der Anfang der Auseinandersetzung

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung sei, so schreibt Ehlert in ihrem Brief an die „lieben Kolleginnen und Kollegen“, die Einführung der Vollverpflegung in den Kitas, wie sie das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) bereits seit 2015 vorschreibe. Die Awo-Geschäftsführerin wörtlich: „Die Kosten dafür müssen bekanntlich die Eltern tragen. Was man durchaus kritisch sehen kann. Ich hätte mir auch ein anderes Finanzierungsmodell gewünscht, aber so steht es jetzt im Gesetz. Herr Schädel behauptete zunächst, die Awo würde in Jabel eine Küchenkraft doppelt abrechnen. Einmal über die Verpflegungskosten mit den Eltern und außerdem über die Betreuungsgebühren mit dem Jugendamt. Das stimmt aber nicht. Wie im Gesetz vorgeschrieben, haben wir das klar getrennt. Dazu haben wir eine Bestätigung vom Jugendamt.“

Im Frühjahr habe es laut Ehlert mehrere Gespräche mit Herrn Schädel gegeben. Er habe sich außerdem an das Sozialministerium, den Landkreis, die Wohnsitzgemeinde und den Awo-Landesverband gewandt, nur, um dort immer wieder die Gesetzeslage geschildert zu bekommen. „Sein Versuch, daraufhin die Elternräte der Awo-Kitas zu mobilisieren, ist ebenfalls gescheitert. Warum? Weil es diese illegale Verwendung von Mitteln für die Vollverpflegung bei der Awo Müritz nicht gibt“, heißt es in Ehlerts Brief an die Mitarbeiter. Und weiter: „Aus den Verpflegungskosten wurde per se die Veruntreuung aller Kita-Gelder bei der Awo Müritz!“ Um die Vorwürfe aufzuklären, bietet die Awo-Geschäftsführerin „der Staatsanwaltschaft jede Hilfe in der Sache an“.

Kommentare (1)

Ich habe es in den letzten Wochen mehrmals bemerkt, liebe Frau Ehlert aus dieser Nummer kommen Sie nicht ungeschoren raus, Sie hatten Prokura!