Zu viel gezahlte Gehälter?:

Awo fordert 390 000 Euro von Ex-Geschäftsführer

Die beiden Streitparteien bringen sich in Stellung: Nachdem in der vergangenen Woche Ex-Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk eine Klage gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber eingereicht hat, macht jetzt der Awo-Kreisverband Müritz ebenfalls eine Forderung in sechsstelliger Höhe geltend.

Was passierte über Jahre in den Räumen der Awo-Geschäftsstelle in Waren?
Bernd Wüstneck Was passierte über Jahre in den Räumen der Awo-Geschäftsstelle in Waren?

Bei der anstehenden Auseinandersetzung vor dem Landgericht Neubrandenburg zwischen Peter Olijnyk und der Awo Müritz geht es um viel Geld. Sehr viel Geld. Am Dienstagmittag gab die Awo Müritz bekannt, dass sie von ihrem ehemaligen Geschäftsführer 390 000 Euro an vermeintlich zu viel gezahlten Gehältern zurückverlangt. Nach Auffassung der Awo Müritz gibt es für Olijnyks Gehälter zwischen Oktober 2011 und Juni 2016 keine Rechtsgrundlage.

Damit dürfte die Awo Müritz auf die geleisteten Unterschriften bei der Gestaltung von Olijnyks Arbeitsvertrag anspielen. Musste Olijnyks Vertrag von zwei geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern unterschrieben werden? Oder reichte - wie offenbar geschehen - die alleinige Unterschrift des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Götz-Peter Lohmann? Um diese beiden Fragen dreht sich der beginnende Rechtsstreit - und seit Monaten die Auseinandersetzung von neuer und alter Geschäftsführung sowie dem Vorstand der Awo Müritz. Lohmann und Olijnyk sollen sich über Jahre gegenseitig lukrative Verträge gesichert haben - ohne angebliches Wissen des übrigen Vorstandes. 

Olijnyk hatte in der vergangenen Woche Klage gegen seine Entlassung eingereicht und eine 470 000-Euro-Forderung an vermeintlich ausstehenden Gehaltszahlungen und Pensionsansprüchen angemeldet.

Neben dem arbeitsgerichtlichen Verfahren gibt es im Awo-Skandal auch eine strafrechtliche Komponente: Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ermittelt gegen Olijnyk und Lohmann wegen des Verdachts der Untreue. Gegen Olijnyk und seine Nachfolgerin auf dem Geschäftsführerposten der Awo Müritz, Simone Ehlert, läuft auch eine Anzeige wegen "unsachgemäßer Verwendung von Elternbeiträgen". Diese Anzeige hatte Monty Schädel, Elternratsvorsitzender an der Awo-Kita in Jabel, erstattet.

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