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Awo-Krisengipfel auf dem Mühlenberg

Die Awo-Affäre an der Müritz ist auch im Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt in Berlin ein Thema. Für den kommenden Dienstag hat sich hoher Besuch in Waren angesagt.

In den Räumen der Awo-Geschäftsstelle in Waren werden die Weichen für die Zukunft gestellt.
Andreas Becker In den Räumen der Awo-Geschäftsstelle in Waren werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

Die Machenschaften im Kreisverband Awo Müritz verursachen ungewöhnliche Termine: Nach Informationen des Nordkurier rauschen sowohl Landes- als auch Bundesspitze der Awo am Dienstag in Waren an – Gipfeltreffen in der Geschäftsstelle auf dem Mühlenberg. Ob die vom Awo-Landesverband mit der Aufklärung beauftragte Neustrelitzer Kanzlei an diesem 16. August ihre Ergebnisse verkünden wird? Zur Erinnerung: Awo-Landesgeschäftsführer Bernd Tünker hatte am 27. Juli mitgeteilt, dass die Kanzlei Mitte August einen Bericht vorlegen werde. Dieser solle die Grundlage für Konsequenzen und Entscheidungen des Verbandes bilden.

Parallel ermittelt seit Anfang Juli die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wegen des Verdachts der Untreue gegen Ex-Awo-Müritz-Geschäftsführer Peter Olijnyk sowie Götz-Peter Lohmann. Letztgenannter war auf Druck des Awo-Landesverbandes vor zwei Wochen von seinen Awo-Ämtern als Vorstandschef an der Müritz und als Vize-Chef des Landesverbandes zurückgetreten.

Aus für Apothekerin?

Unabhängig von den Ermittlungen möchte die neue Awo-Müritz-Geschäftsführerin Simone Ehlert alte Zöpfe abschneiden. Ihre im Nordkurier verkündete Aussage, dass es künftig keine wirtschaftlichen Verstrickungen zwischen Awo-Vorstandsmitgliedern und deren privaten Unternehmen geben darf, soll konkret in die Tat umgesetzt werden.

Beispiel: Apothekerin Heike Daut. Sie hat nach Aussage von Ehlert über Jahre sämtliche Awo-Einrichtungen an der Müritz mit Medikamenten versorgt – und war gleichzeitig Mitglied im Vorstand. Jetzt müsse sie sich laut neuer Geschäftsführung entscheiden: Apothekerin oder Vorstandsmitglied? In dem Zusammenhang ist aus Vorstandskreisen zu hören, dass es aufgrund der Vorkommnisse wohl nötig sein dürfte, bei den turnusgemäßen Wahlen im November den Vorstand komplett mit neuen Köpfen zu besetzen.