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Awo-Skandal: Auch neue Geschäftsführerin angezeigt

Sie galt als Hoffnungsträgerin – doch jetzt gerät auch die neue Geschäftsführerin der Awo Müritz gewaltig unter Druck. Gegen Simone Ehlert ist Anzeige erstattet worden – wegen des Verdachts der Untreue. Die Affäre hat die Schweriner Regierungspartei erreicht: Ein SPD-Abgeordneter forderte seinen Kollegen auf, in der Sache zurückzutreten.

Zieht sich die Schlinge zu? Gegen Simone Ehlert werden schwere Vorwürfe erhoben.
Axel Heimken Zieht sich die Schlinge zu? Gegen Simone Ehlert werden schwere Vorwürfe erhoben.

Auf die Frage des Nordkurier in der vergangenen Woche, ob es auch in anderen Awo-Kreisverbänden kriminelle Machenschaften gebe, antwortete Awo-Landesgeschäftsführer Bernd Tünker: „Ich kann und will mir das nicht vorstellen.“ Nun, mittlerweile ist klar, nicht nur in der Awo Müritz, sondern zumindest auch in der Awo Neubrandenburg gibt es Unregelmäßigkeiten. Konkret soll es unter anderem darum gehen, dass die Neubrandenburger Awo regelmäßig Aufträge an eine Immobilien- und Bewirtschaftungsfirma vergibt, die der Ehefrau des Awo-Geschäftsführers Jörg Fischer gehört.

Die Verträge würden stets vom Vorstand sowie von der gewählten Revision überwacht, beschwichtigte die Awo Neubrandenburg am Donnerstag in einer Mitteilung auf ihrer Internetseite. Damit aber gibt sich einer der Beisitzer im Awo-Vorstand, Manfred Dachner, nicht zufrieden. „Die Sache hat schon ein gewisses Geschmäckle“, so Dachner.

Rücktritt von Awo-Landeschef gefordert

Der Landesvorsitzende der Awo, der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Rudolf Borchert, sagte, so früh wie möglich werde Geschäftsführer Tünker sich das vor Ort erklären lassen.

Borchert war, nach der Aufdeckung des „perfiden Systems Olijnyk/Lohmann“ (Tünker) in der Awo Müritz in den Mittelpunkt der Kritik geraten. Manfred Dachner, selbst SPD-Landtagsabgeordneter, fordert seinen Kollegen auf: „Der Landesvorsitzende muss zurücktreten und für die Mauscheleien an der Müritz die politische Verantwortung übernehmen.“

Die Verantwortung von Simone Ehlert als Geschäftsführerin der Awo Müritz rückt ebenfalls immer stärker in den Mittelpunkt. Als Vorsitzender des Elternrates der Kita Buntspecht in Jabel hat Monty Schädel sowohl gegen Ehlert als auch Ex-Geschäftsführer Olijnyk Anzeige wegen des Verdachts der Untreue erstattet. „Ich verdächtige die beiden Personen, wissentlich und willentlich im Namen der Awo Müritz ihnen für die Betreibung von Kindergärten anvertrauten Mitteln sachfremd verwendet und dieses verschleiert zu haben“, heißt es in der Anzeige wörtlich.

Die Anzeige ist nicht die erste im Awo-Sumpf – bereits seit Anfang Juli ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue sowohl gegen Olijnyk als auch gegen Lohmann.

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Kommentare (2)

Das kann die SPD gar nicht gebrauchen uneinsichtige Parteigenossen und das im Wahlkampf. Also mein Fazit: "Die SPD kann man auch nicht wählen. Herr Dachner soll aufpassen, dass er nicht in den Sumpf gerät. Die SPD ist ganz schnell dabei, wenn sie andere kritisieren kann, denn Fehler macht sie nicht.“

Ich kann dem Herrn Tünker nur empfehlen, schnellstmöglich zu handeln und zwar durch eine Radikalkur, ansonsten ist dieser "Sumpf" nicht mehr trocken zu legen!