Wahlkampf mit harten Bandagen:

Awo-Skandal: FDP fordert Rücktritt von SPD-Mann Borchert

Die Luft für Awo-Landeschef Rudolf Borchert wird immer dünner. Jetzt hat Cécile Bonnet-Weidhofer, FDP-Spitzenkandidatin für die anstehende Landtagswahl, den langjährigen SPD-Landtagsabgeordneten aus Waren zum Rücktritt und zur Niederlegung seines Landtagsmandats aufgefordert.

Hat derzeit nicht viel zu lachen: Awo-Landeschef und SPD-Landtagsabgeordneter Rudolf Borchert.
Carsten Schönebeck Hat derzeit nicht viel zu lachen: Awo-Landeschef und SPD-Landtagsabgeordneter Rudolf Borchert.

„Die ganze Korruptionsaffäre innerhalb der Awo Müritz bringt immer mehr dunkle Machenschaften ans Licht. Dass nun auch der Vorsitzende Rudolf Borchert von den ganzen Vorfällen gewusst haben soll und intern zum Rücktritt aufgefordert wird, setzt dem ganzen noch die Krone auf“, sagte die Liberale.

Nach Auffassung von Bonnet-Weidhofer müsse sich die SPD von ihrem Landtagsmitglied distanzieren – alles andere mache die SPD nur noch unglaubwürdiger. Das sieht Nadine Julitz, SPD-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Müritz, ganz anders. „Ich lege für Rudolf Borchert meine Hand ins Feuer“, sagte Julitz im Gespräch mit dem Nordkurier. Julitz gilt als politisches Ziehkind Borcherts und soll ihn – sofern der Wähler am 4. September entsprechend abstimmt – als Landtagsabgeordnete für den hiesigen Wahlkreis beerben.

Götz-Peter Lohmann, lange Zeit Vize-Chef im von Borchert geführten Awo-Landesverband und Vorstandsvorsitzender der Awo Müritz, hat bereits die Konsequenzen aus der Awo-Affäre gezogen und ist zurückgetreten. Gegen Lohmann ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue – ebenso wie gegen Ex-Awo-Müritz-Geschäftsführer Peter Olijnyk.

Sowohl Lohmann als auch Olijnyk gelten als langjährige SPD-Parteifreunde von Borchert. Alle Drei arbeiteten über Jahrzehnte in verschiedensten Position in Partei und Arbeiterwohlfahrt eng zusammen.