Bärischer Speiseplan in Stuer:

Bärin Hanna: Gemüse? Nein, danke!

Eigentlich sollen die Bären in Stuer viel Obst und Gemüse essen. Die meisten tun das auch, nur eine Bärin tanzt aus der Reihe.

Möhren, Gurken, Kartoffeln - Gesundes steht auf dem Speiseplan der Müritz-Bären. Von Tierpflegerin Sheila Dillner und ihren Kollegen werden täglich die Portionen für die Bären zusammen gestellt.
Petra Konermann Möhren, Gurken, Kartoffeln - Gesundes steht auf dem Speiseplan der Müritz-Bären. Von Tierpflegerin Sheila Dillner und ihren Kollegen werden täglich die Portionen für die Bären zusammen gestellt.

Kann man einen Bären verwöhnen? Aber sicher. Wenn Bärin Hanna sprechen könnte, würde sie bestimmt schwärmen von den Leckereien, die ihr die Pfleger im Bärenwald Müritz auf den „Tisch“ legen: Rinderherzen, täglich natürlich, wenn‘s unbedingt sein muss zur Abwechslung auch mal Wildlachs. Gemüse - nein danke! „Seit Hanna bei uns wohnt, ist in unserer Futterküche immer ein großer Vorrat an Rinderherzen zu finden. Und unsere Futterkosten sind sehr stark gestiegen“, erzählt Bärenwald-Betriebsleiterin Winnie Rösner.

Die Futterküche liegt gleich neben den Bären-Gehegen im Eingangsbereich des Bärenwaldes, ist aber für Besucher nicht zugänglich. In großen, grünen Kisten werden hier von den Tierpflegern die täglichen Rationen für die insgesamt 19 Müritz-Bären zusammen gestellt. Rund 16 Kilogramm verspeist ein einziger Petz im Herbst pro Tag. Zu fast 90 Prozent ist das pflanzliche Kost: Gurken, Kartoffeln, Möhren, Äpfel, Birnen, gerne auch Nüsse. „Bären sind Allesfresser, daher bekommen sie aber auch Fleisch“, betont Winnie Rösner. Weil sich Besucher von dem Anblick Knochen nagender Bären abgeschreckt fühlen könnten, werden die Bären in abgeschiedenen Bereichen mit ihrer wöchentlichen Fleischration versorgt. Und die besteht für 18 Bären aus Wild, das bei Straßenunfällen gestorben ist. Förster der Region sammeln die verendeten Tiere ein und bringen sie in den Bärenwald. Dort wird das Wild in einer extra Kühlzelle in der Futterküche aufbewahrt. „Für uns ist das eine sehr gute Regelung, dass die Bären Wild bekommen, das sonst nicht mehr verwertet werden kann“, betont Winnie Rösner. Nur Bärin Hanna bekommt eine „Extrawurst“ gebraten und Rinderherzen zu fressen.

Zum Ende des Jahres fressen die Bären natürlich am meisten. Sie bereiten sich auf ihre Winterruhe vor und legen sich ordentlich Winterspeck an. Denn wenn Meister Petz erst ein mal in die Winterruhe gefallen ist, dann stellt er seinen Stoffwechsel ein und frisst auch nicht mehr. Zwischen 30 und 40 Kilogramm nehmen Bären so im Schlaf ab – eine Masse, die sie sich nach dem Aufwachen im Frühjahr kontinuierlich wieder drauffuttern. Mit viel Obst und Gemüse und mit wenig Fleisch. Gerne würden die Pfleger Bärin Hanna auch auf die gesündere Kost mit 90 Prozent Obst und Gemüse umstellen. Doch da spielt sie nicht mit. „Hanna ist in diesem Jahr aus Wolgast zu uns gekommen. Dort waren die Haltungsbedingungen nicht mehr artgerecht. Die Pfleger dort haben sich wunderbar um Hanna gekümmert und sie eben auch sehr verwöhnt. Daher kommt ihre Vorliebe für Rinderherzen“, erklärt Winnie Rösner. Ein einziges Mal hat Hanna nach ihrem Umzug nach Stuer Obst gekostet – ein paar Weintrauben. Das war‘s. „Wir wollen die Nahrungsumstellung bei Hanna ganz behutsam angehen, gerade auch weil die Bärin unter einer entzündeten Nase leidet und wir jetzt heraus finden müssen, welche Ursachen das haben könnte“, erklärt Winnie Rösner. Also werden in der Futterküche des Bärenwaldes bis auf weiteres 18 Kisten mit Obst und Gemüse und eine einzige mit Rinderherzen gepackt.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung