Baustart für das Joo:

Bagger schaufeln ab Montag

CJD oder Stadt – Wer soll das künftige Jugendzentrum „JOO“ betreiben? Die Stadtvertreter haben jüngst ihre Entscheidung gefällt. Auch mögliche Partner sind ins Auge gefasst.

Der Bagger ist schon da: Johannes Holfeld steht auf der Fläche Zum Amtsbrink 1, auf der am Montag die Bauarbeiten beginnen.
Nadine Schuldt Der Bagger ist schon da: Johannes Holfeld steht auf der Fläche Zum Amtsbrink 1, auf der am Montag die Bauarbeiten beginnen.

Das Missverständnis ist ausgeräumt. „Die Stadtvertreter haben sich auf ihrer vergangenen Sitzung dafür ausgesprochen, dass das Joo in kommunaler Trägerschaft bleiben soll“, sagt Dietmar Henkel, Leiter des Amtes für Ordnung, Soziales und Kultur. Er spielt damit auf das Interesse des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) an, auch die Trägerschaft für das neue Jugendzentrum zu übernehmen. Solch einen Antrag reichten sie im Zuge des abgelaufenen Interessenbekundungsverfahrens ein. Das führte bei der Stadt zu leichten Irritationen. Laut Amtsleiter Henkel sei in dem Verfahren aufgerufen worden, Ideen und Freizeitangebote für die vielfältigen Räume anzugeben.

Das CJD hatte hierbei überraschenderweise einen Antrag auf Trägerschaft eingereicht. Den hat es nach der Entscheidung der Stadtvertreter zurückgezogen, bleibt aber mit seinen Angeboten dem JOO verbunden. „Wir arbeiten mit dem CJD seit Jahren gut zusammen, sie üben in unserem Auftrag die Schulsozialarbeit aus, aber wir sind keine Konkurrenten“, erläutert Dietmar Henkel.

Kochen bis Fotografieren: Vorschläge für das Jugendhaus sind schon da

Ideen und Vorschläge sind nach dem Interessenbekundungsverfahren jede Menge zusammengekommen. Die Angebote reichen von „Mit-Mach-Küche“ über Darstellendes Zeichnen, Sport- und Gesundheitspädagogik und Projekte im Medienbereich, beispielsweise Fotografie- und Bildbearbeitung. Die unterschiedlichen Verbände sowie Einzelpersonen sollen schon im Oktober, spätestens im November 2015 im neuen Jugendzentrum wirken können. Ein ambitionierter Zeitplan, der schnellstmöglich umgesetzt werden soll. Die ersten notwendigen Maßnahmen sind bereits abgeschlossen: Die Umverlegung der Stromkabel ist Ende dieser Woche erfolgt, die Stadtwerke haben die Freigabe mündlich bereits gegeben.

Ab Montag beginnt auf dem etwa 500 Quadratmeter großen Areal Zum Amtsbrink 1 der Bodenaushub – die schweren Maschinen müssen Erde und Geröll aus bis zu 3,60 Meter Tiefe entfernen. „Probebohrungen haben ergeben, dass sich auf der Fläche kein tragfähiger Boden befindet“, sagt Johannes Holfeld, Sachgebietsleiter Hochbau bei der Stadt. Von dem großen, tiefen Loch werden 2,60 Meter mit Kies aus einer stadteigenen Grube aufgefüllt – das soll Kosten sparen. Im Anschluss werde eine Böschung in einem Winkel von 60 Grad angelegt und die Fundamente gesetzt. „Wenn kein strenger Winter kommt, soll etwa Mitte Januar der Rohbau beginnen“, so Holfeld.  Wenn der Rohbau, dazu gehören Wände, Decken und Türen des Gebäudes, steht, soll der Innenausbau starten. Das soll ab Mitte Mai der Fall sein. Ab diesem Zeitraum werden Fußboden, Fenster, Türen, Fliesen und die jeweiligen elektronischen Leitungen in die Zimmer gebracht. Zum Schluss kommt die Ausstattung. Geplant ist, dass Mitte oder Ende August mit der Gestaltung der Außenanlagen begonnen wird. „Alles beruht darauf, dass kein strenger Winter kommt“, sagt Johannes Holfeld zum straffen Zeitplan und einem angedachten Eröffnungstermin am 3. Oktober.

Arbeitsgruppe kümmert sich um die Raum-Gestaltung

Im „Joo“ können die Jugendlichen später den vielfältigsten Interessen freien Lauf lassen. So wird es im Erdgeschoss zwei Multifunktionsräume geben, die durch eine mobile Wand getrennt sind. „In dem einen Zimmer gibt es unter anderem ein festes DJ-Pult, dass bei einer Weihnachts- oder Halloweendisko genutzt werden kann“, erläutert Henkel. Auch Tanzgruppen können in diesem Raum proben, im anderen Zimmer, dem „Hobbyraum“, werden Kickertische sowie ein Billardtisch stehen, eine Küche ist dort ebenso geplant.

Die Ausgestaltung der Räume hat sich eine Arbeitsgruppe um René Drühl, Präsident der Stadtvertretung, überlegt. Die Frauen und Männer aus den Fraktionen des städtischen Parlamentes haben auch an einen PC-Raum, eine Kreativwerkstatt sowie einen Bandraum für die Jugendlichen gedacht. „Es wird auch ein Tonstudio eingerichtet, in dem ein regionales Jugendradio gegründet werden soll“, erläutert der Amtsleiter. Das JOO soll schätzungsweise 2,5 Millionen Euro kosten.

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