„Potthässlicher“ Plan sorgt für Unwohlsein:

Bahn will Aufzugsbrücke für Warens Bahnhof

Neben dem Empfangsgebäude für Reisende aus oder nach Waren sollen ein Aufzug und eine Brücke zu den Gleisen errichtet werden. Ein Vorhaben, das einigen Stadtvertretern körperliche Beschwerden verursacht. Und dazu muss eine andere Entscheidung schnell fallen.

Neben dem Bahnhofsgebäude in Waren will die Deutsche Bahn einen Lift mit Brücke für Gehbinderte installieren.
Thomas Beigang Neben dem Bahnhofsgebäude in Waren will die Deutsche Bahn einen Lift mit Brücke für Gehbinderte installieren.

Zwar soll das Ganze erst in zweieinhalb Jahren beginnen, doch was die Deutsche Bahn für den Bahnhof in Waren plant, bereitet schon jetzt erhebliche Sorgen. Bei der Vorstellung der Umbau-Vorhaben vor den Stadtvertretern im Stadtentwicklungsausschuss schlugen die Wellen hoch. Während Ausschuss-Vorsitzender Ralf Schütze (SPD) noch verhältnismäßig kontrolliert konstatierte, „Die Bahn tut uns städtebaulich etwas Schreckliches an“ und Bauamtsleiter Gunter Lüdde die Unzufriedenheit im Rathaus kund tat, hatte Rainer Espig von den Linken erheblich mehr Beschwerden. Ihm werde „speiübel“, so der Stadtvertreter.

Hintergrund der körperlichen Beschwerden des Stadtvertreters sind Pläne der Bahn, unmittelbar neben dem Empfangsgebäude eine Aufzugsbrücke zu errichten, mit der in der Mobilität eingeschränkte Reisende, Kinderwagen-Besitzer oder Radfahrer auf die Bahnsteige gelangen können. „Potthässlich“ nannte Christian Holz den Entwurf und Dagmar Wilisch (Linke) fürchtete in dem Zusammenhang um die künftige Vermarktung des Bahnhofsgebäudes. Dafür hat die Stadt gerade ihr Vorkaufsrecht wahr genommen und plant nun dessen künftige Nutzung. Diese würde erheblich erschwert, entstehe in der unmittelbaren Nachbarschaft eine solche Aufzugsbrücke, hieß es. Eine unterirdische Variante wurde von den Stadtvertretern ins Spiel gebracht, die Vertreter der Bahn erteiltem dem jedoch eine Absage – zu teuer.

Behindertengerechter Ausbau

Die Bahn will den behindertengerechten Übergang im Zuge der sogenannten Streckenertüchtigung der Verbindung Berlin-Rostock bauen. Noch fehle dabei das Teilstück im Warener Bahnhof, allerdings sollen auch in Zukunft auf dem Bahnhofsgelände Züge nicht schneller als 120 Kilometer in der Stunde fahren. Allerdings müssten die Gleise für deutlich schwerere Züge ausgebaut werden, die Oberleitung werde erneuert und das Stellwerk modernisiert. Und weil man dann sowieso am Bauen sei, so die Vertreter der Bahn, werde auch gleich die Aufzugsbrücke errichtet.

Dieser Bahn-Plan, entwirrt Bauamtsleiter Lüdde entstehendes Durcheinander, berühre nicht den ursprünglichen Plan der Stadt, Aufzüge an beiden Seiten des Bahnhofstunnels bauen zu lassen und Reisenden den problemlosen Übergang auf den Bahnhofsvorplatz und die Teterower Straße zu ermöglichen. Das Vorhaben, der explodierenden Kosten wegen vor Jahresfrist eigentlich schon beerdigt, könne möglicherweise doch noch verwirklicht werden. Allerdings – bis zum Ende des Jahres müssen sich die Stadtvertreter entscheiden, denn das Infrastrukturministerium in Schwerin will nur noch so lange die neueste Zusage über 75 Prozent der Kosten aufrecht erhalten. Spätestens am 15. Januar müsse die Warener Entscheidung in der Landeshauptstadt eintreffen, hieß es.

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