Lift oder Rampe:

Bahnhof: Kaum Zutritt für Behinderte

Das Hin und Her um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofes in Waren reißt nicht ab. Trotzdem versucht sich der Bürgermeister in vorsichtigem Optimismus. Dabei ist vor einem Jahr eigentlich schon das Aus für barrierefreies Reisen verkündet worden.

Steile Treppen, großes Problem: Reisenden mit Handicap sind am Warener Bahnhof auf fremde Hilfe oder Umwege angewiesen.
Thomas Beigang Steile Treppen, großes Problem: Reisenden mit Handicap sind am Warener Bahnhof auf fremde Hilfe oder Umwege angewiesen.

Gehbehinderten Reisenden wird der Bahnhof in Waren noch eine geraume Zeit Angst und Schrecken einjagen. Denn noch immer existieren keine genauen Zeitvorgaben, wann die Zugfahrenden mit Handicap problemlos und ohne fremde Hilfe zu den Waggons gelangen können.

Dabei gibt es eigentlich sogar zwei Vorhaben, wie dem Dilemma abgeholfen werden kann. Plan eins favorisiert die Bahn: Eine Fahrstuhlvariante. Mittels eines Liftes können die Reisenden dann auf die Bahnsteige gelangen. Allerdings, so heißt es bei der Bahn, müssten dafür eigentlich um die 1000 Reisende täglich den Warener Bahnhof passieren. Laut einer jüngsten Zählung seien es aber höchstens zwischen 400 und 500 am Tag gewesen. Trotzdem will die Bahn den Lift bauen – aber erst in den Jahren 2017/18, wenn die Bahnhofsgleise auf den neusten Stand gebracht werden.

Allerdings – die Fahrstuhl-Version war von Beginn an nicht die Lieblingsvariante der Stadt. Schon Warens Ex-Bürgermeister Günter Rhein nannte die Gleis-Lifte „vandalismusanfällig“. Die Stadt hätte lieber zwei Rampen gebaut, eine auf der Seite des Bahnhofsvorplatzes, die andere zur Teterower Straße hinaus. Alles war in Sack und Tüten, sogar Fördermittel für den Rampenbau schon bewilligt.

Allerdings – im Ergebnis der Ausschreibung musste im vergangenen Jahr eine massive Steigerung der Baukosten registriert werden, die Stadt hätte für den Bau beider Rampen kräftig draufzahlen müssen. Ganz will man in der Stadt die Hoffnung aber nicht aufgeben, Bürgermeister Norbert Möller (SPD) macht sogar in vorsichtigen Optimismus. „Vielleicht“, so das Stadtoberhaupt“, „kriegen wir das ja doch noch hin“.

Kommentare (1)

Da versucht sich ein Konzern aus der Verantwortung zu stehlen. Zum Glück haben behindert einen Anspruch auf ein barrierefreies leben, nach dem UN Abkommen über die Rechte behinderte Menschen.