Anwohner der B 192 in Waren vom Lärm geplagt:

Bedroht der viele Verkehr auch den Heilbad-Status?

Beim Streit um den Lärm in Waren geht es längst nicht nur um die Nachtruhe. Schließlich will die Stadt auch Kur- und Erholungsort sein. Verträgt sich das mit dem Verkehr?

„Heilbad“ und „Luftkurort“ – die Prädikate sollen die Wirtschaft in Waren beflügeln. Nicht nur das Kurzentrum, auch andere Hotels und Betriebe sollen profitieren. Nicht mehr lange, glaubt man Mitgliedern der Bürgerinitiative „Pro Ortsumgehung“. Denn der Verkehr bringe so viel Lärm und Schmutz in die Stadt, dass die hart erkämpften Titel schon bald verloren sein könnten. Die aktuellen Verkehrszählungen zeigen: Rund 10 000 Fahrzeuge sind täglich auf der B 192 unterwegs. In den letzten Jahren ist diese Zahl zwar leicht rückläufig, der Anteil der Lkw steigt aber. Und gerade die sorgen bei den Anwohnern für Ärger.

Wenn Waren gegen diese Probleme nicht schnell und effektiv vorgehe, stünden die Urlaubs-Prädikate schon bald zur Debatte. So jedenfalls hatte es Initiativen Mitglied Klaus Krecklow am Mittwochabend formuliert. Da wurde in der Mensa Waren-West über den neuen Lärmaktionsplan debattiert (der Nordkurier berichtete).

Waren ist seit beinahe 15 Jahren Luftkurort, seit letztem Jahr auch als Heilbad staatlich anerkannt. Zuständig für die Vergabe ist das Landesministerium für Arbeit und Soziales. Ein eigenes Gesetz regelt, welche Kriterien jeweils erfüllt sein müssen. Auch der Verkehr spielt dabei eine Rolle. Jedoch nur untergeordnet. Die Stadt muss lediglich „ungestörte Park- und Waldanlagen mit gekennzeichneten Wanderwegen, Spiel-, Sport- und Liegewiesen“ vorhalten. Von einer Überschreitung der allgemeinen Lärm-Schwellenwerte ist allerdings nur das unmittelbare Umfeld der Bundesstraße betroffen.

Auch die Luftqualität sei kein Kriterium, um das man sich Sorgen machen müsse, so heißt es aus der Stadtverwaltung. Auch beim Ministerium selbst sieht man die Warener Prädikate nicht in Gefahr. „Natürlich spielen Verkehrslärm und Verkehrsabgase eine Rolle, aber im Fall von Waren ist diese Angst wohl unbegründet“, so Ministeriumssprecher Christian Moeller. erklärt er.

Alle 10 Jahre steht eine genaue Kontrolle der Kriterien durch das Ministerium an. 2022 sei es wieder soweit.

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