Fäkalien im See:

Bei trüber Müritz greift Waren ins Klo

Die Region ist ein beliebtes Wassersportgebiet. Im Sommer bekam das Image ein paar Risse, als Meldungen über die Entleerung von Fäkalientanks die Runde machten. Abhilfe sollte geschaffen werden. Doch weil die Müritz nicht der Bodensee ist, ist das gar nicht so leicht.

Nur die Wasserschutzbehörden haben Befugnisse, um Verstöße auf der Müritz zu ahnden.
NK-Archiv Nur die Wasserschutzbehörden haben Befugnisse, um Verstöße auf der Müritz zu ahnden.

Fäkalienteppiche auf unseren Seen – diese unappetitliche Meldung hatte in der Urlaubssaison erhebliche Wellen geschlagen. Auch an der Müritz wurde der Ruf nach Gegenmaßnahmen laut, die illegale Entleerung von Abwassertanks durch Bootsbesatzungen zu unterbinden. Doch den Ordnungsbehörden der Stadt sind nach Einschätzung des stellvertretenden Amtsleiters für Bürgerdienste, Harald Hakert, die Hände gebunden. „Unser Spielraum ist eingeschränkt“, teilte Hakert am Montag im Umweltausschuss mit. Die Stadt sei keine Hafen- und auch nicht die zuständige Wasserschutzbehörde. Man habe damit keine eigenen Befugnisse, um Verstöße auf der Müritz zu ahnden. Man könne lediglich Anzeige bei der Polizei erstatten.

Wie Hakert weiter mitteilte, ist es auf der Müritz als Bundeswasserstraße Fahrgastschiffen für bis zu 50 Personen sogar erlaubt ihre Abwassertanks zu entleeren. Die Regeln sind damit weniger streng als etwa auf dem Bodensee. Dort ist es laut einer Verordnung allen Wasserfahrzeugen und schwimmenden Anlagen verboten, Abwässer oder andere verunreinigende Stoffe in den See abzuleiten. „Es ist ein unmöglicher Zustand, dass wir da nichts machen können“, kommentierte Ausschusschef Rainer Espig (Linke) mit Blick auf die Bodensee-Verordnung die Rechtslage an der Müritz. Vorerst bleibt den Verantwortlichen also nichts anderes übrig, als an die Bootsbesitzer und Vermieter zu appellieren, die  Abwässer an Fäkalienannahmestationen zu entsorgen.

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