Geheimer royaler Besuch:

Belgiens ehemaliger König macht in Ludorf Station

Tatsächlich: Albert II. weilte zu einer kurzen Stippvisite im Ludorfer Gutshaus. Das war so geheim, dass selbst die Mitarbeiter davon erst erfuhren, als der Ex-Monarch schon wieder abgereist war.

Albert II., das ehemalige Staatsoberhaupt in Belgien, mit seinen Gastgebern Keril und Manfred Achtenhagen vor dem Gutshaus in Ludorf.
B. Reund Albert II., das ehemalige Staatsoberhaupt in Belgien, mit seinen Gastgebern Keril und Manfred Achtenhagen vor dem Gutshaus in Ludorf.

Nur eine Nacht – aber immerhin. Der 80-jährige Albert II., bis vor einem guten Jahr König und Staatsoberhaupt von Belgien, hat während einer Deutschland-Tour Halt im Gutshaus zu Ludorf an der südlichen Müritz gemacht. „Ein Freund des Königs, der schon einmal bei uns übernachtet hat und den ehemaligen Monarchen begleitete, empfahl uns“, freut sich Hotel-Besitzer Manfred Achtenhagen. Der hohe Gast aus Belgien war zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern. „So konnte ich ihm einiges für ihn Neues über die ältere und jüngere Geschichte des Landes und der Region erzählen.“ Blaublütige Verwandtschaft in Mecklenburg gebe es für den König nicht, so Achtenhagen, die belgische Königsfamilie entstammt der Linie aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha.

Extra-Tisch für den Gast

Achtenhagens Gattin Keril erzählt, dass man erst vor gut zweieinhalb Wochen von der Ankunft des Königs erfahren habe. „Adlige Gäste, Prinzen oder Grafen, konnten wir früher schon einige Male bei uns begrüßen. Einen König indes noch nie.“ Allerdings – besonderen Aufwand habe man für die Ankunft des Gastes nicht betrieben. „Bei uns soll sich jeder Gast wohlfühlen, egal ob ein König oder nicht.“ Na ja, um ein paar Extras haben sich die Gastgeber schon bemüht. „Also, er durfte zum Beispiel an einem Extra-Tisch Platz nehmen.“

Immer in der Nähe des Monarchen, der im vergangenen Jahr die Geschäfte als Staatsoberhaupt an seinen Sohn Philippe abgegeben hat, drei Leibwächter des Königshauses. „Sehr intelligente Männer und sehr diskret“, so die Chefin des Hauses. Überhaupt Verschwiegenheit. „Diskretion ist natürlich für die Leitung eines Hotels eines der obersten Gebote“, sagt Keril Achtenhagen. Nicht auszudenken, wenn neugierige Zaungäste oder gar Paparazzi dem belgischen König bei dessen Privatbesuch in Ludorf auflauern würden. „Als Hotel ist man dann verbrannt“, weiß die Gastgeberin. Und so hätten selbst die Mitarbeiter des Hauses erst nach Abfahrt des hohen Gastes erfahren, wen sie da gerade bedienten und wessen Bett sie hergerichtet haben.

Albert II. trägt sich ins Gästebuch ein

„Ein sehr angenehmer Gast“, sei das gewesen, so die Einschätzung der Hotelfrau. Ein intelligenter älterer Herr, der großes Interesse an der Region und besonders am Schicksal der Gutshäuser genommen habe. „Er musste sich sehr wundern, dass die vielen Herrenhäuser nicht von den Familien der ehemaligen Besitzer wieder bewohnt werden.“ Viele Fotos hat Albert II. geschossen und sich zum Abschluss seines Besuches natürlich selbstverständlich auch in das Gästebuch des Ludorfer Gutshauses eingetragen. „Auf Französisch“, verrät die Chefin, der deutschen Sprache sei der Monarch nicht besonders mächtig. Bedankt hat sich der Gast aus Belgien für den Aufenthalt in der „wunderbaren Residenz“, übersetzt Keril Achtenhagen den Eintrag des blaublütigen Herren. Und wie ganz selbstverständlich hat sich Albert II. auch für ein Gruppenfoto mit seinen Gastgebern zur Verfügung gestellt – ganz ohne Standesdünkel.

Am Vormittag ist die Hoheit weiter gereist, wie Keril Achtenhagen weiß. „Irgendwo an der Küste“, sollte das Ziel der nächsten Etappe sein.

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