Missbrauch an Jugendlichen:

Bewährungsstrafe für sexuelle Übergriffe

Ein 43-Jähriger aus Waren wurde erneut wegen sexuellen Missbrauchs an minderjährigen Jungen verurteilt. Zum Glück für den Angeklagten handelte es sich aber nicht um neue Taten.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung.
Peter Steffen Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Das Amtsgericht Waren hat am Mittwoch einen 43-Jährigen wegen des sexuellen Missbrauchs von zwei Jugendlichen zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Mann hatte gestanden, zwischen 2012 und 2014 mehrmals sexuelle Handlungen an zwei minderjährigen Brüdern vorgenommen und ihnen als Gegenleistung Geld gegeben zu haben. Im Haus des Angeklagten und einer Ferienwohnung war es laut Staatsanwaltschaft 14 Mal zu intimen Kontakten zwischen dem Mann und den 14 und 17 Jahre alten Jugendlichen gekommen. Der Angeklagte hatte unter anderem bestätigt, die noch Jungen oral befriedigt zu haben. 

Bei der Urteilsbegründung hielt das Gericht dem Angeklagten sein  Geständnis zugute. Er hatte alle Taten eingeräumt. "Er hat den Opfern dadurch die Aussage erspart", erklärte die Richterin. Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich zum Beginn des Prozesses zu einer Verständigung zurückgezogen. Im Falle eines Geständnisses wurde dem 43-Jährigen die Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt.

Der Mann aus Waren ist einschlägig vorbestraft. Im Oktober 2014 wurde er schon einmal wegen des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen zu einer zwölfmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Bei den am Mittwoch erhobenen Vorwürfen handelte es sich aber nicht um neue Taten. Die Übergriffe hatte er bereits vor seiner Verurteilung im Herbst vor zwei Jahren verübt. Der Mann absolviert seit März 2015 eine Sexualtherapie und ist seit seiner letzten Verurteilung straffrei geblieben. Auch das spielte für das Gericht eine Rolle.

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