Hafen-Toilette:

Blaues Haus wieder Rettung in höchster Not

Das blaue Toilettenhaus am Warener Hafen besticht nicht nur durch seine Architektur. Es wirft in diesen Tagen auch Fragen auf. Denn eigentlich soll man dort können, wenn man mal muss. Was aber tun, wenn die Blase drückt, doch das blaue Haus verschlossen ist?

Die 50 Cent in der Tasche nützten am blauen Haus zuletzt wenig. Jetzt soll die Not mit der Notdurft am Warener Hafen aber vorbei sein.
Carina Göls Die 50 Cent in der Tasche nützten am blauen Haus zuletzt wenig. Jetzt soll die Not mit der Notdurft am Warener Hafen aber vorbei sein.

Das 50-Cent-Stück in der Hand und die Erlösung quasi vor Augen, ist das blaue Toilettenhaus am Warener Hafen d i e Rettung für die drängende Notdurft. Doch Gäste und auch Einheimische rüttelten zuletzt vergebens an der gelben Tür mit den freundlichen Bullaugen. Zu! Geschlossen! Dicht! Das drängende Problem muss anderswo seine Lösung finden. Doch mit derlei Druck auch im Kopf belastet, taucht die Frage nach dem Warum auf. Wem nützt eine Toilette in der Warteschleife?

Antwort auf diese Fragen hat Anke Crott. Sie betreibt nicht nur das blaue Örtchen, sondern auch die öffentlichen Toiletten an der Bushaltestelle in Waren nahe dem Landratsamt. „Ich habe dort am Hafen eine Kollegin beschäftigt, aber die war in den letzten Wochen krank. Ist aber wieder auf dem Damm“, erklärt Anke Crott. Für die Pächterin der beiden Toiletten ist es gar nicht so einfach, finanziell über die Runden zu kommen. „Eigentlich macht es auch fast gar keinen Sinn, das Haus am Hafen über den Winter offen zu halten. Man sitzt da so manchen Tag für einen Euro“ hat Anke Crott erfahren.

Die meisten Kunden sind nett

Im elften Jahr hält sie die öffentlichen Toilettentüren offen. Begegnungen der heiteren, der merkwürdigen, aber auch der ärgerlichen Art hatte sie in der Zeit. So hapere es beispielsweise mit der Zahlungsmoral einiger Zeitgenossen mit voller Blase. „Die Toilette benutzen sie gern, aber verschwinden dann auch, ohne zu zahlen. Aber es sind doch nur 50 Cent. Und davon bezahle ich das Toilettenpapier, Handtücher, Reinigungsmittel und vieles mehr, damit der Laden ordentlich ist“, erklärt die Pächterin.

Immerhin müsse ihre Unternehmung ja auch die Pacht an die Stadt abwerfen.  Dass die Pachttoilette fast 60 Kilometer entfernt von ihrem Zuhause ist, mache die finanzielle Lage nicht einfacher. Doch betont sie: „Ich mag diese Arbeit. Die meisten Leute sind nett.“ Etwas mehr Anerkennung ihrer Arbeit wünscht sie sich. Und die auch für ihre Kollegin im blauen Toilettenhaus am Hafen, wenn diese nun wieder da ist für jene, die im Eiltempo rein- und einen Gang entspannter wieder herauskommen.

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