Blitzermarathon in der Region:

Bleifüße vom Gas geholt

Einen Marathon gegen Raser gab es am Donnerstag europaweit. Beamte des Polizeihauptreviers Waren hatten sich an Unfallschwerpunkten in der Region postiert. Die Doppelkurve auf der Bundesstraße 108 bei Neuhof gehört dazu.

Allein steht übrigens nie ein Beamter am Laser. Während Andrea Glasow die Geschwindigkeit misst, ist Ingo Dahnke als Zeuge dabei.
Simone Pagenkopf Allein steht übrigens nie ein Beamter am Laser. Während Andrea Glasow die Geschwindigkeit misst, ist Ingo Dahnke als Zeuge dabei.

"109 km/h war hier mal der Höchstwert, den ich gemessen habe. Aber das ist schon ein paar Jahre her", sagt Andrea Glasow vom Polizeihauptrevier Waren. Sie war am Donnerstag die Frau am Laser, hatte die Fahrzeuge genau im Visier, die durch die langgezogene, aber tückische Doppel-Kurve auf der Bundesstraße 108 von Waren in Richtung Kreisgrenze kamen. Am Abzweig Neuhof hatte sie mit ihren Kollegen Ingo Dahnke und Andreas Seitz einen Kontrollposten bezogen. Beim Blitzmarathon, der an diesem Tag nicht nur in ganz Deutschland - mal abgesehen von Schleswig-Holstein  -, sondern europaweit stattfand.

Die Beamten haben in diesem Bereich der B 108 schon einiges erlebt. Sogar, "dass in der Kurve noch einer überholt hat", erinnert sich Ingo Dahnke. "Da haben wir beide gestoppt, denn auch der Erste war schon zu schnell." Der Straßenabschnitt zählt zu den Unfallschwerpunkten. In den Jahren 2012 und 2013 gab es je einen Schwerverletzten. Beide waren Motorradfahrer, kennt Rüdiger Ochlast, Leiter des Warener Reviers, die Statistik. Für das Jahr 2014 liege sie noch nicht vor. "Wir sind allgemein angehalten, dort zu messen, wo Unfallschwerpunkte sind", fügt er hinzu.

Am Donnerstag erwischte die Polizei kaum jemanden, der zu schnell unterwegs war. Das Gros der Fahrzeugführer hatte sich auf den Blitzmarathon eingestellt, bekam zumeist auch noch eine Erinnerung per Lichthupe von entgegenkommenden Autos. Da war es dann auch gar nicht selten, dass Andrea Glasow Tempoanzeigen von sogar unter 40 km/h bei erlaubten 50 Stundenkilometern auf dem Laser hatte. Nur einmal musste Andreas Seitz auf der B 108 die Kelle heben und einen Müritzer heraus winken. "Blitzmarathon und Sie sind dabei", grüßte Ingo Dahnke den Mann, der einsichtig war, gar nicht diskutierte und gleich sein Portemonnaie zückte. 15 km/h war er zu schnell, das kostete den Müritzer 20 Euro Verwarngeld.

Die Beamten des Polizeihauptreviers Waren haben über den Blitzmarathon hinaus längst schon die Geschwindigkeitskontrollen erhöht. "Das macht sich bemerkbar", meint Rüdiger Ochlast. "Viele Fahrer halten sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten." Eine Streifenwagenbesatzung habe immer ein Lasergerät an Bord und nutze einsatzfreie Zeit für Messungen. Oder es werden Sonderdienste geplant. Aktuell hat Rüdiger Ochlast in Waren verstärkt nächtliche Geschwindigkeitsmessungen im Zuge der Lärmschutzkontrolle angewiesen. Und zwar nach Hinweisen der Bürgerinitiative "Pro Ortsumgehung" in der Mozartstraße und der Strelitzer Straße. Dort gibt es nachts ein Tempolimit von 30 km/h für Lkw. "Wir haben in der vergangenen Woche nicht eine Überschreitung festgestellt", sagt der Revierleiter. "Aber es ist ja auch so, wenn der Erste die Kontrollstelle sieht, gibt er es über Funk weiter und alle fahren vorschriftsmäßig", räumt er ein.

Beim Blitzmarathon am Donnerstag hatten die Warener Beamten ihre erste Kontrollstelle übrigens auf der B 192 im Bereich Schmachthäger Wald. Dort war tags zuvor noch ein Lkw verunglückt. Der Hänger kippte um und die gesamte Ladung Sojaschrot hatte sich über die Fahrbahn ergossen. Drei Stunden blieb die Bundesstraße gesperrt. Diesmal stoppte die Polizei einen Fahrer, der zu schnell unterwegs war. Mit 81 bei erlaubten 70 km/h. Auch er musste ein Verwarngeld zahlen. Geblitzt wurde auch in Höhe der Klinik Amsee. Dort waren Zwei zu fix, der Schnellste mit 67 bei erlaubten 50 km/h.

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