Touristen beschweren sich:

Blitzer - sinnvoll oder Abzocke?

Ein rotes Licht für den Bruchteil einer Sekunde und der Fahrer weiß, er ist ein paar Euro ärmer. Beim Thema Blitzer melden sich in der Müritz-Region immer mehr Touristen zu Wort. Sie fühlen sich abgezockt und kündigen ihr Fortbleiben an.

Stationäre Blitzer, Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei oder mobile Radarfallen kennt jeder Autofahrer. Es gibt sogar den 24-Stunden-Blitzer-Marathon der Polizei, um Raser zu erwischen.
Alexander Körner Stationäre Blitzer, Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei oder mobile Radarfallen kennt jeder Autofahrer. Es gibt sogar den 24-Stunden-Blitzer-Marathon der Polizei, um Raser zu erwischen.

Frank Püschel hat die Nase voll. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen, nach eigenen Worten Stamm-Urlauber an der Seenplatte und als Golfer häufiger Gast im Land Fleesensee, regt sich darüber auf, dass hier „überall an den Straßen übertrieben geblitzt wird“. Erschreckend häufig, so die Beobachtung des Briefeschreibers, positionieren sich hier „Blitzer“ so geschickt an den Straßen, dass besonders die nicht ortskundigen Urlauber in die Radarfallen fahren. Die allermeisten, so der Mann aus Nordrhein-Westfalen, seien bestimmt keine Verkehrsrüpel, sondern einfach nur unaufmerksam. Er kenne Urlauber, schreibt Frank Püschel weiter, die kämen nie wieder ins Land Fleesensee wegen dieser „unhaltbaren Zustände“.

Geschwindigkeitsmessungen also nichts als üble Abzocke? Dagegen wehrt sich zunächst die Polizei. Wie eine Sprecherin erklärte, würden Unfallschwerpunkte geraume Zeit beobachtet und die Zahl der hier registrierten Unfälle an den Landkreis verschickt. Dort entscheide man dann in der gemeinsamen Unfallkommission und  nach Absprache mit dem Landesamt für Verkehr in Rostock über die Aufstellung stationärer Geschwindigkeitsmessgeräte.

Acht feste Starenkästen

In der Müritzregion stehen insgesamt acht Blitzer auf festen Füßen. Bei der Polizei in der Region heißt es, dass die Abnahme der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren auch darauf zurückzuführen sei. Das sieht auch der Ordnungsamtsleiter in der Kreisverwaltung Peter Handsche so. Und er verrät ein Geheimnis: In der Müritzregion gebe es weniger Kameras als „Starenkästen“. So seien nie alle mit einem Blitzer besetzt. Wo gerade allerdings nur eine Attrappe drin steckt – das wollte Handsche dann doch nicht verraten.

Allerdings bläst den Befürwortern der Blitzer-Praxis Gegenwind von der Wissenschaft ins Gesicht. Der niedersächsische Verkehrspsychologe Karl-Friedrich Voss meint, Radarkontrollen führen nicht zu einer Verminderung des Unfallrisikos. Aber das Geld wird gebraucht. Bis zum 1. September flossen schon 3,3 Millionen Euro aus Bußgeldern in den Kreishaushalt.

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Kommentare (1)

Es ist eine erwiesene Tatsache dass Verkehrskontrollen NICHT der Verkehrssicherheit, sondern zur Finanzierung der Kommunen dienen. Hierbei stehen die Radargeräte gerade dort, wo es die sinnlosesten Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt und nicht dort wo Unfallgefahr besteht. Noch krasser ist, dass in der Region Rostock, speziell im Bereich des Fußballstadions, gezielt Touristen (erkennbar an den Kennzeichen) Strafzettel z.B. wegen Falschparkens bekommen, während Einheimische verschont werden. Derartige Fälle wurden von verschiedenen Beteiligten mehrfach festgestellt.