Bauen mit Sorgen:

Böse Überraschungen im Erdreich

Wer auf dem Gelände eines ehemaligen Gaswerkes baut, ist vor Unannehmlichkeiten nicht gefeit. So geschehen in Röbel. Der Parkplatzbau könnte ein tiefes Loch ins Portemonnaie reißen, wenn es nicht gelingt, Fördermittel einzuwerben.

Die Borde markieren schon den Verlauf des künftigen Parkplatzes am Töpferwall, dort, wo einst ein Gaswerk war. Fotos: Enders
Elke Enders Die Borde markieren schon den Verlauf des künftigen Parkplatzes am Töpferwall, dort, wo einst ein Gaswerk war. Fotos: Enders

Alles sah so rosig aus: Die Firmen hatten ihre Gebote für den Bau des neuen Parkplatzes am Röbeler Töpferwall eingereicht. Und das günstigste Angebot ließ sogar auf eine Kostenersparnis hoffen. Rund 30 000 Euro weniger als die Kostenschätzung ergeben hatte, standen da auf dem Papier. Doch die Stadt Röbel hatte die Rechnung offenbar ohne die Altlasten gemacht. Die nämlich kamen als böse Überraschung am Standort des einstiges Gaswerkes zum Vorschein: Nicht nur, dass Müll und Bauschutt im Boden lagerten (Der Nordkurier berichtete), was sich auf die Tragfähigkeit auswirkte und einen Bodenaustausch erforderte.  Viel schlimmer  war, dass es an anderer Stelle so sehr nach Gas roch, dass das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) eingeschaltet werden musste. Der Untergrund wies auch Spuren von Teer auf. Eine Bodenanalyse sollte klären, wie mit dem Material zu verfahren sei.

Doch damit noch nicht genug. Auf einem weiteren Stück Fläche wurden sogenannte Gasreinigerrückstände freigelegt. Wiederum musste  genau geklärt werden, um welche Substanzen es sich handelt. „Mit großer Sicherheit wird dieses Material einer Sonderabfalldeponie zuzuführen sein“, mutmaßt Bürgermeister Heiner Müller (SPD) in seinem Verwaltungsbericht, den er vor den Stadtvertretern verlas. So sah es ganz und gar nicht mehr rosig aus mit den Kosten. „Aus den ursprünglich 30 000 Euro Kosteneinsparungen könnten sich 50 000 Euro Mehrkosten ergeben“, legte Müller die Situation dar. Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es noch, dass die Stadt nicht allein auf ihren Mehrkosten sitzen bleibt. Stadtverwaltung und BIG Städtebau bemühen sich derzeit um eine zusätzliche Förderung, hieß es  – „mit offensichtlich guten Erfolgsaussichten“, wie  Müller sagte.

Dennoch gibt es Positives zu vermelden: Ungeachtet dieser Zwischenfälle kam es zu keinen nennenswerten Bauunterbrechungen. Das Gelände ist inzwischen auch wieder mit Boden verfüllt. Die Grube der ehemaligen Hausmüll-Deponie, die vermutlich aus frühesten DDR-Zeiten stammt,  ist Geschichte. Auch die Regenwasserleitungen für den zukünftigen Parkplatz sind bereits im Erdreich, Geogitter und Frostschutzschicht ebenfalls. 77 Parktaschen sollen hier entstehen. Derzeit sind die Bauleute dabei, die Hochborde zu setzen. Noch im November 2013 soll der neue Parkplatz  fertig gestellt sein. 

Zügig voran geht es auch mit einer anderen Röbeler Altlast, die nun keine mehr ist. Gemeint ist der Bahnhofsspeicher. Dort, wo er gestanden hat, ist das Gelände bereits planiert. Schilder künden vom baldigen Baubeginn des neuen Einkaufsmarktes. Errichtet wird ein konventioneller Discounter, der als Ersatzbau für den „roten Netto“ am Hafen gedacht ist (Der Nordkurier berichtete). So wird die Fassade in rot-weiß gehalten. 793 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen dem Kunden zur Verfügung stehen.

Das Haus verfügt über ein Pultdach, und in südlicher und östlicher Richtung werden 67 Parkplätze ausgewiesen. Bestandteil der Verhandlungen mit der Stadt ist auch eine dauerhafte Begrünung. Noch zu pflanzende Bäume und Sträucher sollen dem Areal eine natürliche Note verleihen.

 

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