Aus für Bahnstrecken droht:

Malchower schreiben Brandbrief an Minister

Post aus Malchow wird demnächst Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) bekommen. Die Inselstädter wollen nichts unversucht lassen, "ihre" Bahnstrecke zu erhalten.

Viele Bahnstrecken, die sich angeblich nicht mehr rentieren, sollen nur noch selten oder gar nicht mehr befahren werden.
Martin Gerten Viele Bahnstrecken, die sich angeblich nicht mehr rentieren, sollen nur noch selten oder gar nicht mehr befahren werden.

 Gegen das drohende Aus der Bahnstrecken Neustrelitz-Hagenow sowie Neustrelitz-Mirow macht die Bürgerinitiative (BI) "Pro Schiene" Mecklenburgische Seenplatte weiter mobil. In einem Brief, der in der kommenden Woche nicht nur an MV-Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD), geschickt werden soll, sondern auch die Landtagsabgeordneten aus der Region, machen die Bürger konkrete Forderungen auf. Sie wollen nicht nur den Erhalt, sondern auch den Ausbau des Schienenverkehrs sowie die Einführung des Ein-Stunden-Taktes der Bahn in der Zeit von 6 bis 24 Uhr. Die Strecke Mirow-Neustrelitz-Hagenow dürfe auf gar keinen Fall aufgegeben werden. Mit 12 000 Unterschriften, die bereits an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) übergeben wurden (der Nordkurier berichtete), haben viele Bürger gezeigt, wie wichtig ihnen der Erhalt der Bahn ist, schreiben die Mitglieder in ihrem Brief an den MV-Verkehrsminister. "Als Bürgerinitiative wenden wir uns an Sie, weil wir mit Entsetzen feststellen mussten, dass Ihr Ministerium den Ausschreibungstermin zur Neubestellung des Schienenverkehrs auf der Mecklenburger Südbahn ab 2015 verstreichen lassen hat. Das bedeutet das Aus der Bahnstrecke in der bisherigen Form und die Abkopplung der Mecklenburgischen Seenplatte von der wichtigen Ost-West-Anbindung nach Hamburg! Das können und wollen wir nicht akzeptieren!", schreiben die BI-Sprecher Monika Göpper und Giselher Schilke, die hoffen, dass auch ein wenig Ironie hilft: Soll in einem Land, das vom demografischen Wandel betroffen sei, nach Agroneum, Müritzeum und Ozeaneum ein „Humaneum“ errichtet werden, nach dem Motto: Hier lebten einst auch mal Menschen? Auch diese Frage werfen die BI-Sprecher in ihrem Schreiben auf. Bei dem Protest-Brief wollen es die Malchower und ihre Mitstreiter aus Mirow aber nicht belassen: In Auftrag gegeben sind bereits Plakate, mit denen auf das drohende Aus der Bahn hingewiesen werden soll. Zudem sind im September Protestaktionen geplant.