:

Brandenburger röhrt Warener Platzhirsch vom Thron

Es war wieder eine riesen Gaudi, der Wettkampf in der Bollewicker Scheune, den nicht nur Jagdinteressierte verfolgten.

Dr. Hans-Günter Kisse gab alles - es reichte diesmal nicht ganz. Radtke
Stephan Radtke Dr. Hans-Günter Kisse gab alles - es reichte diesmal nicht ganz. Radtke

Er kam, sah und röhrte. Wie ein brunftiger Hirsch betrat Enrico Braun aus Alt Daber (bei Wittstock) die Bühne in der Bollewicker Feldsteinscheune. Hier fand nicht nur das Marktfest „Jagd, Wald & Wild“ statt, sondern auch die siebente Meisterschaft um den Titel „Bester Hirschrufer Mecklenburgs“.

Gemeinsam mit sechs weiteren „Hobbyhirschen“ stellte er sich den geschulten Ohren einer dreiköpfigen Jury, um täuschend echt, verschiedene Brunftrufe von Hirschen nachzuahmen. Ebenso wie jährlich zum Spätsommer in der Natur zu beobachten, wollte Enrico Braun mit seinen Lauten den Platzhirsch vertreiben – in diesem Fall Titelinhaber Dr. Hans-Günter Kisse, einen pensionierten Warener Arzt. Kisse, der 2012 dem brandenburgischen Herausforderer den Pokal abnahm, musste auch gleich als Erster an den Start. Kraftvoll und laut röhrte Kisse ins Mikrophon. „Das war ja mal eine Vorlage, die es zu toppen gilt“, bat Moderator Ron Bachmann, Herausforderer Braun sein „schönstes Röhren“ zu geben. Und er tat es. Nicht lauter, aber scheinbar detailgetreuer. So vernahm es die Fachjury, die sich aber zunächst nichts anmerken ließ. Weitere fünf Hirschrufer versuchten ihr Glück. So auch Dieter Fabisch aus Kambs, der keine teuren Utensilien, sondern eine ausrangierte Papprolle als Verstärker der Stimme nutzte. „Es war schwer, aber wir sind zu einem Urteil gekommen“, hob die Jury kurze Zeit später nochmals die Spannung an. „Und der Sieger in diesem Jahr ist Enrico Braun“, so die Entscheidung. Freude auf der einen Seite, leichte Enttäuschung auf der anderen Seite.

Denn wieder einmal verließ der mecklenburgische Wanderpokal das Land in Richtung Brandenburg. „Nicht zu ändern“, gab sich Hans-Günter Kisse sportlich. Was er aber gerne geändert haben würde, ist die Anzahl junger Hirschrufer. „Uns fehlt der Nachwuchs“, erklärte der Zweitplatzierte. Diesen hatten bereits die Teilnehmer bei den „Besten Tierstimmen heimischer Wälder“ mit Markus Mielenz aus Weisin gefunden. Der Jungendliche verblüffte die Scheunen-Gäste mit eulenähnlichen Geräuschen.