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Brandschutz treibt Kosten mächtig nach oben

Puuuh! Das ist ein kräftiger Schluck aus der Pulle. Der Erweiterungsbau der Grundschule am Papenberg wird rund 280 000 Euro teurer als ursprünglich geplant. Der Grund erinnert ein wenig an den Bau des Pannenflughafens in Berlin – der Brandschutz geht mächtig ins Geld. 

Schicke Glasfassade – aber auch eine Gefahrenquelle: Jetzt muss die Stadt für viel Geld nachrüsten.
Modell Architekt Jens Rupprecht Schicke Glasfassade – aber auch eine Gefahrenquelle: Jetzt muss die Stadt für viel Geld nachrüsten.

Trotz der enormen Zusatzkosten möchte Warens Bürgermeister Norbert Möller am Erweiterungsbau festhalten. „Wir versuchen, das umzusetzen“, sagte der Rathauschef am Donnerstagabend zum Ende der Sitzung des Hauptausschusses. Wenige Minuten zuvor hatte der Bürgermeister die Mitglieder des Ausschusses von der überraschenden und kostenintensiven Entwicklung informiert.

Zur Erinnerung: Die Grundschule am Papenberg soll voraussichtlich ab Frühjahr 2016 für den erwarteten Schülerboom fit gemacht werden. Insgesamt sollen sechs Klassen- und zwei Förderräume und der Speisesaal vergrößert werden. Zusätzlich soll es einen Unterstand vor dem hofseitigen Eingang geben. Bisher waren die Planer von einem gesamten Kostenvolumen in Höhe von 850 000 Euro ausgegangen.

Fassade könnte zur Feuerfalle werden

Dietmar Henkel, Chef des Ordnungsamtes im Warener Rathaus, schildert das Dilemma, in dem sich die Stadt befindet: „Die Grundschule am Papenberg war im Jahr 2001 grundsaniert worden. Inklusive einer Brandschutzanlage, die den erforderlichen Auflagen voll entsprach. Seit Beginn diesen Jahres aber gilt eine neue Brandschutzverordnung. Die tritt in Kraft, sobald ein Erweiterungs- oder Neubau ansteht.“ Mit anderen Worten: „Würden wir an der Schule nichts verändern, bräuchten wir auch nichts in Sachen Brandschutz tun. Jetzt aber müssen wir im Rahmen des Erweiterungsbaus aktiv werden.“

Konkret: So schön die geplante Glasfassade im nördlichen Bereich der Schule auch ist, sie könnte auch zur Feuerfalle werden. Da der Haushalt der Stadt Waren durch weitere Millioneninvestitionen sowieso schon auf Kante genäht ist, schlagen die Zusatzkosten am Papenberg besonders ins Kontor. Deshalb kündigte Bürgermeister Möller im Hauptausschuss bereits an, für die neue Brandschutzanlage mögliche Fördergelder einzuwerben.

Fakt ist, dass die Untere Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte der Stadt Waren zwar den Haushalt 2015 genehmigt hat – gleichzeitig warnt der Landkreis die Stadt aber auch in einem Schreiben, das dem Nordkurier vorliegt. In dem Papier formuliert Heike Hinrichs, Sachgebietsleiterin Finanzaufsicht, unmissverständlich: „Weitere Kreditgenehmigungen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen stelle ich bereits jetzt unter Beachtung der derzeitigen Haushaltslage, des Nachrangigkeitsgebotes und der Generationengerechtigkeit nicht in Aussicht.“