Leser-Protest zeigt Wirkung:

Bücherbus dank Spende vorerst gerettet

Aufgrund der öffentlichen Empörung über die Mittelstreichung für den Bücherbus ist dessen Zukunft für 2014 gesichert. Und dann? Die Fahrbibliothek braucht langfristige Planbarkeit und Sicherheit.

Bücher von A bis Z rollen in der Müritz-Regioin zwischen Ave und Zislow.
Vera Odilia Nick Bücher von A bis Z rollen in der Müritz-Regioin zwischen Ave und Zislow.

Die Existenz des Bücherbusses an der Mecklenburgischen Seenplatte ist zumindest für 2014 dank der umfassenden öffentlichen Debatte gesichert. Die Müritz-Sparkasse hat sich bereit erklärt, der Fahrbibliothek die 5200 Euro zu spenden, die das Land dem Trägerverein nun nicht mehr gibt (der Nordkurier berichtete). „Der Bücherbus bringt Leben in die Region, verbindet die Menschen und ist nicht zuletzt Bestandteil des kulturellen Angebotes auf dem Land. Gerade für ältere Menschen, aber auch Kinder und Menschen, die nur eingeschränkt mobil sein können, war der Bus bislang ein beliebter Anziehungspunkt“, begründet die Sparkasse ihre Hilfe. Linde Hanf vom Bibliotheksverein freut sich ebenso darüber wie der Fahrer und Bibliothekar Jörn Bitterlich. Er setzt aber hinzu, dass das Problem langfristig damit natürlich noch nicht gelöst sei und der Landkreis sich spätestens 2014 dazu positionieren sollte.

Auf der jüngsten Kreistagssitzung hatte sich Landrat Heiko Kärger (CDU) jedenfalls noch einmal klar hinter die Entscheidung von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gestellt, nachdem die Partei Die Linke den Erhalt der Fahrbibliothek auf die Tagesordnung gesetzt hatte.

Brodkorb will, statt die Fahrbibliotheken zu unterstützen, lieber mehr Geld in eine digitale Landesbibliothek stecken. Einer Analyse des Bibliotheksnetzwerkes zufolge aber haben 70 Prozent von per Telefon befragten Nutzern angegeben, das Angebot öffentlicher Bibliotheken online auch nicht häufiger beanspruchen zu wollen. Zwar sei die Nutzerzahl in Büchereien in den letzten zehn Jahren landesweit um 40 Prozent zurückgegangen - nicht aber die der Fahrbibliothek an der Müritz.

Diesen Trend scheinen auch Leser zu bestätigen. Waltraud Naumann aus Berlin zum Beispiel, die seit sechs Jahren in Nossentiner Hütte wohnt, sagt: „Mir sind die stets freundlichen und sachlichen Gespräche mit Herrn Bitterlich eine wertvolle Ergänzung zu den gelesenen Inhalten. Wünsche wurden berücksichtigt und auf Neuerscheinungen hingewiesen."

 

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