Die fünfte Demo für das Sozialamt könnte die letzte sein:

Bürgerinitiative denkt über Volksbegehren nach

Auch in seiner Abwesenheit wurde der Warener Bürgermeister Norbert Möller harsch kritisiert. Die fünfte Demonstration gegen den nun längst abgeschlossenen Umzug nach Neubrandenburg, schürte aber auch neue Hoffnung. Es gibt da so eine Idee.

Mit fantasievollen Plakaten demonstrieren die Warener für den Erhalt des Sozialamtes.
Carina Göls Mit fantasievollen Plakaten demonstrieren die Warener für den Erhalt des Sozialamtes.

Wie weiter im Kampf ums Sozialamt? Die Donnerstags-Demo in Waren könnte die letzte ihrer Art gewesen sein. Und nun? Doch keine Chance mehr? Die Mitarbeiter der Behörde arbeiten seit Wochenbeginn bis auf zwei in Neubrandenburg. Doch die Müritzer wollen sie zurückhaben. Das wurde während der jüngsten Zusammenkunft auf dem Neuen Markt in Waren deutlich. Aber wie? Volksbegehren heißt das Wort, das neue große Hoffnungen schürt. Dieter Schröder, Chef der Warener Lebenshilfe und engagiert in der Bürgerinitiative für den „Erhalt der Sozialämter“ hatte diese Überlegungen laut angestellt. Da ein juristischer Weg zwar nicht aussichtslos, aber viel zu lang sei, könnte ein Volksentscheid initiiert werden.

Aber für ein Versprechen dafür sei es zu früh. „In der nächsten Woche treffen sich die Initiatoren der Demonstrationen, um zu beraten, in welcher Weise wir weiter gegen die Entscheidungen des Landrates vorgehen“, so Dieter Schröder.

Ton auf Demonstration wird rauer

Aber ein anderer, der am Donnerstag gar nicht da war, stand dennoch im Mittelpunkt der Kritik des Volkes: Norbert Möller. So waren gar Rücktrittsforderungen  an den Warener Bürgermeister laut geworden. Der ist zur Fortbildung verreist und konnte nicht hören, wie das Volk auf dem Neuen Markt in der Müritzstadt weiterkämpft. So mancher schlug dabei auch verbal und fast polemisch über die Stränge und bräuchte ein wenig Moderation.

Der Unmut unter den Menschen an der Müritz über den Verlust des Sozialamtes ist groß. Von einst 17 sind zwei Fachleute in der Warener Behörde geblieben. Alle anderen arbeiten seit Wochenbeginn bei ihren Kollegen in der Vier-Tore-Stadt in der Hochstraße. Nach Informationen des Nordkurier ist nicht nur der Ton auf der Demonstration in Waren rauer geworden, sondern mit dem „Neuen“ aus Waren in Neubrandenburg auch etwas kritischerer Wind im Haus des Landrats Heiko Kärger (CDU) eingezogen. „Die anderen dort haben ja längst den Kopf eingezogen, aber die Warener haben ihnen wieder Mut gemacht, sich zu wehren“, hieß es.

Vorerst letzte Protestaktion

Rund 250 Leute waren es diesmal, die am Donnerstag auf der Straße waren. Dickes Lob von den Organisatoren. Aber auch die Frage an die Sozialamts-Beschäftigten in Neustrelitz und Demmin, die bis dato „noch nicht zu hören und sehen“ waren. Warum nicht?, wurde eine Frage in der Menschenmenge laut. Unterdessen haben sich auch Protestierende in die Aktion ums Sozialamt eingereiht, die quasi schon Erfahrung haben: Frauen und Männer aus der Bürgerinitiative „Ortsumgehung und Lärmaktionsplan“. „Wir müssen den Mund aufmachen und dürfen uns nicht alles gefallen lassen“, hieß es aus ihren Reihen. „Ich weiß gar nicht mehr, wo Politik anfängt und wo sie aufhört, wahrscheinlich in den Portmonees. Denn wer nichts hat, der ist nichts. Zumindest offensichtlich nicht für viele unserer Politiker“, emotionalisierte Ingo Handorf die Menschen. Er vermisst „Herz“ in der „kalten Politik“.

Freitag Abend, 18 Uhr, ist noch eine wohl vorerst letzte Protestaktion. Da sollen auch die Leute kommen können, die tagsüber wegen ihrer Jobs bis dato nicht kommen konnten. „Wir wollen wieder gegen die Zentralisierung der Sozialämter auf dem Neuen Markt demonstrieren“, lädt Dieter Schröder ein. Treffpunkt ist um 17.40 Uhr in der Gievitzer Straße 1a (Transparente und Plakate abholen).  „Menschen, die ins Sozialamt gehen, sind in einer Notlage. Sie brauchen und verdienen schnelle Hilfe. Oft ist die Unterstützung aus dem Jugendamt oder dem psycho-sozialen Dienst notwendig. Das passt doch nun alles nicht mehr zusammen und kann nicht funktionieren. Da kann der Landrat sagen, was er will!“, appelliert Dieter Schröder ans Volk.

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