Wahlkampf an der Müritz:

Bürgermeister-Kandidat löst die Kanzlerin ab

39 Tage vor der Wahl säumen schon wieder Werbe-Plakate die Straßen und ummanteln Laternenpfähle. Und wie immer sind einige viel schneller als die anderen.  

Professionelle Firmen haben längst die großen Wahl-Aufsteller der Parteien an den Magistralen aufgebaut. So wie hier an der Bundesstraße 192 in Möllenhagen. FOTO: Thomas Beigang
thb Professionelle Firmen haben längst die großen Wahl-Aufsteller der Parteien an den Magistralen aufgebaut. So wie hier an der Bundesstraße 192 in Möllenhagen. FOTO: Thomas Beigang

Aufstehen in aller Herrgottsfrühe und mit der Leiter über der Schulter und Draht und Zange in der Hand Plakate anbringen. Das Los vieler Parteimitglieder wenige Wochen vor der Bundestagswahl auch in der Müritzregion.Doch während die großen Wahlplakate an den Magistralen schon jetzt das Bild bestimmen, fehlen noch die vielen kleinen Werbetafeln der meisten Parteien. Mit Ausnahmen: Was die Schnelligkeit der Wahlhelfer betrifft, haben die Grünen gegenüber den anderen Volksparteien schon die Nase vorn.„Nächste Woche gehts bei uns los“, verkündet Erich Zimmermann, der Warener Mitarbeiter der CDU-Kreisgeschäftsstelle. Dann soll aber nicht nur das Konterfei des CDU-Direktkandidaten, Eckhardt Rehberg, überall zu sehen sein. „Unsere Helfer entfernen die Plakate, die auf den freitäglichen Besuch der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel in Waren hinweisen. An diese Stellen werden die Plakate des CDU-Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl in Waren, Axel Müller, gehängt“, so Zimmermann. Der Warener löse sozusagen die Kanzlerin ab.Auch die Linken stehen in den Startlöchern, so deren Kreisvorsitzende Elke Schoenfelder. Die Röbelerin spricht von 600 Plakaten, die ab dem 25. August um Stimmen für die Linken in der Müritzregion werben sollen. „Dazu kommen noch mal etwa 200 Plakate unserer Direktkandidatin Heidrun Bluhm“, so die Kreisvorsitzende. Junge Studenten und ergraute Parteimitglieder würden die Aufgabe übernehmen, die Plakate anzubringen.Auch die Sozialdemokraten wollen sich noch ein paar Tage Zeit gönnen, sagt der Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion, Eik Hahnemann. Die Warener Genossen jedenfalls wollen nächste Woche loslegen, verspricht der Chef des SPD-Ortsverbandes, Oliver Hohn. Deren Kandidat für das Bürgermeisteramt in Waren, Norbert Möller, hat 40 doppelseitige Plakate mit seinem Konterfei anfertigen lassen. Ab dem 23. August sollen die angebracht werden. „Mehr als 80 Plakate pro Kandidat lässt die Stadt Waren nicht zu“, so Möller.Das will sich, wieder mal, der FDP-Mann Toralf Schnur, der ebenfalls gern als Bürgermeister in das Warener Rathaus ziehen will, nicht bieten lassen. „Das Verwaltungsgericht Greifswald hat uns vor vier Jahren recht gegeben, als wir gegen diese Beschneidung der Plakatzahl geklagt haben“, so Schnur auf Nordkurier-Nachfrage. 400 Plakate seien von den Verwaltungsrichtern in einer Stadt wie Waren als zulässig genannt worden. „Und daran kann sich ja wohl bis heute nichts geändert haben.“ Man werde überrascht sein von den Plakaten der Liberalen und der Zahl der Werbeträger, so Schnur kryptisch.Bis dahin könne aber noch etwas Zeit vergehen. Als Letzte wollen die FDP-Wahlhelfer mit den Plakaten loslegen. „Erst dann, wenn die meisten Urlauber die Müritzregion wieder verlassen haben“, so Toralf Schnur.

 

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