Stiller Protest in Waren:

Bunte Handtücher gegen braune Rassisten

„Nicht Eure Stadt! Nicht eure Regeln! Unsere Straßen sind bunt!“ Unter diesem Motto wollen „Warener Bürger gegen braune Straßen“ demonstrieren. Still – und mit ganz vielen Handtüchern. Doch es droht Aufruhr.

Kampf gegen die Rechten: Pastor Ingo Zipkat.
Nadine Schuldt Kampf gegen die Rechten: Pastor Ingo Zipkat.

Leidenschaftlich, engagiert und mit einer großen Portion Idealismus – Ingo Zipkat hofft, dass sich am Sonnabend so viele Warener Bürger wie möglich am Protest gegen einen geplanten NPD-Marsch beteiligen. Der Pastor hat sich gemeinsam mit kirchlichen Mitstreitern und den Initiativkreis „Willkommen Flüchtlinge“ eine ganz besondere Aktion einfallen lassen: Entlang des rechtsradikalen Zuges, der am Bahnhof beginnt, über die Innenstadt bis zum Papenberg führt, sollen die Bürger der Müritzstadt bunte oder farbige Handtücher aus ihren Wohnungen und Fenster hängen lassen. „Wer den Rechtsextremen auf der Straße begegnet, sollte sich nicht provozieren lassen. Wir möchten, dass sich die Warener Bürger einfach abwenden, den Rechtsradikalen die kalte Schulter zeigen“, erklärt Zipkat.

Aufruhr könnte aber trotzdem drohen – aus der südlichen Müritz. Im beschaulichen Lärz findet just an diesem Wochenende das Ajuca statt – ein eher linkspolitisch orientiertes Jugendcamp, das sich auch zum Ziel gesetzt hat, Jugendlichen Möglichkeiten und Perspektiven abseits des rechten Mainstreams zu bieten. Sensibilisiert aus negativen Erfahrungen werde die Polizei unter allen Umständen eine Konfrontation von NPD und Ajuca zu verhindern versuchen, teilte Diana Mehlberg, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg, am Donnerstag mit.

 

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!