Enrico Malow will kein "Weiter so":

CDU-Bürgermeister attackiert Innenminister Caffier

Ein Mann - ein Wort. Enrico Malow (CDU) hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Der 36-jährige Kommunalpolitiker aus Grabowhöfe spricht Klartext - und nimmt die Landesspitze seiner Partei ins Visier.

Enrico Malow gehört zur jungen Generation der Kommunalpolitiker. Der CDU-Mann will nicht, dass die Parteispitze einfach ihr Ding durchzieht.
Petra Konermann Enrico Malow gehört zur jungen Generation der Kommunalpolitiker. Der CDU-Mann will nicht, dass die Parteispitze einfach ihr Ding durchzieht.

Vor großen Tieren aus der Polit-Szene macht Enrico Malow nicht halt. Und so hat sich der Bürgermeister von Grabowhöfe in den Wochen nach der historischen Wahlschlappe der MV-CDU mal an der Basis umgehört - und jetzt macht sich Malow "richtig Sorgen um meine Partei". Denn die einfachen Mitglieder seien nach Einschätzung von Malow mächtig empört "über die da oben an der Parteispitze". Von dort werde einfach das Signal "Weiter so" gesendet, und die Basis solle schweigend alles schlucken. Das will Malow aber nicht zulassen. "Wir müssen uns Gedanken machen - und das beinhaltet die Fragen nach Inhalten und Personen. Und wenn ich die vielen Mitglieder in der Müritzregion richtig verstehe, sind sie mit dem Vorgehen von Caffier, Kokert und CO. so gar nicht einverstanden."

Die Alten müssen Platz machen

Die Parteioberen wollen sich nach dem fatalen Tiefschlag vom 4. September erneut in die Große Koalition retten - und gleichzeitig ihre Posten und Pfründe sichern. "Ich bin seit zehn Jahren CDU-Mitglied, ich habe als Bürgermeister bei der letzten Wahl 90 Prozent der Stimmen bekommen, als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Seenlandschaft habe ich sogar 100 Prozent erreicht - ich weiß, was die Menschen von der Politik erwarten", kann sich Malow auf die Bürger verlassen. Und die können sich im Gegenzug auf Malow verlassen. "Wir müssen die Sorgen, Nöte und Ängste der Bürger endlich ernst nehmen - und nicht nur Politik zum Selbstzweck betreiben", sagt der Kommunalpolitiker, der auch gleichzeitig für die CDU im Kreistag sitzt.

"Es wird Zeit, dass die Alten endlich Platz machen - nachdem sie jetzt einen Scherbenhaufen angehäuft haben", sagt Malow unmissverständlich. "Mit dem Motto ,Keiner hat Schuld' können sich die Parteigranden nicht aus der Verantwortung stehlen - mitgefangen, mitgehangen", formuliert der Grabowhöfer Bürgermeister gewohnt kernig.

 

 

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