Pakt gegen Putzar:

CDU und Linke gehen Hand in Hand

Auf Bundes-, Landes- und Kreisebene bekämpfen sie sich – CDU und Die Linke sind sich einfach nicht grün. Nur in Malchow gehen die politischen Uhren anders – hier setzt sich die CDU bei der Bürgermeisterwahl vehement für die Kandidatin der Linken ein. Wird das Fremdgehen der CDU etwa mit einem lukrativen Posten belohnt?

Pech gehabt: René Putzar musste zu Wochenbeginn erst mal in den Baumarkt gehen, um Materialien für neue Plakate zu kaufen. Auf denen der anderen Kandidaten prangt die Unterstützung für Gegenkandidatin Elke-Annette Schmidt.
Andreas Becker Pech gehabt: René Putzar musste zu Wochenbeginn erst mal in den Baumarkt gehen, um Materialien für neue Plakate zu kaufen. Auf denen der anderen Kandidaten prangt die Unterstützung für Gegenkandidatin Elke-Annette Schmidt.

André Zimmermann und seine CDU-Mitstreiter haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben in Malchow den Großteil der Bürgermeister-Wahlplakategenutzt, um ihre politische Botschaft unters Volk zu bringen. „Wir unterstützen Elke-Annette Schmidt“, heißt es in schlichten aber inhaltsschweren Worten.  Nachdem der Kandidat Zimmermann es beim ersten Wahlgang am 26. April nur auf Platz vier geschafft und damit den Einzug ins Finale am 10. Mai verpasst hatte, möchten die Christdemokraten jetzt mit ihrer Plakatierungsaktion zumindest den Königsmacher spielen – sprich: Die CDU schlägt sich in der Stichwahl zwischen den finalen Kandidaten Elke-Annette Schmidt und dem parteilosen René Putzar auf die Seite der Linken.

„Wir unterstützen die Person – nicht die Partei“, erklärt Zimmermann – und macht deutlich: „Das ist kein offizieller Beschluss des Malchower CDU-Ortsverbandes. Dazu hätten wir eine Mitgliederbefragung durchführen müssen. Das war aufgrund der Kürze der Zeit zwischen den beiden Wahlgängen aber nicht möglich.“ Und so sei es letztendlich die CDU-Fraktion in der Malchower Stadtvertretung gewesen, die sich auf die Unterstützung der Kandidatin Schmidt geeinigt hätte. Ganz ohne Bauchschmerzen verläuft der politische Pfad der Christdemokraten aber nicht. „Mir wird die Hand schon wehtun, wenn ich am Sonntag mein Kreuz bei einer Linken mache – aber die Parteizugehörigkeit spielt auf Kommunalebene halt nicht so die große Rolle“, sagt Zimmermann. 

Absprachen gegen die Bauchschmerzen?

Ob die Bauchschmerzen verschwunden sind, wenn Zimmermann bei einer Bürgermeisterin Elke-Annette Schmidt neuer Stadtvertretervorsteher wird? Schließlich wird dieser Posten frei, wenn die aktuelle Amtsinhaberin Schmidt an die Spitze des Rathauses wechselt. Zimmermann dementiert diesen in Malchow kursierenden Deal. „Ich fühle mich wohl als stellvertretender Stadtvertretervorsteher.“ Hilfreich zur Seite springt ihm – Überraschung, Überraschung – Elke-Annette Schmidt. „Solche Absprachen gibt es nicht“, macht die Linke klar. Und verweist gleichzeitig auf die vielen politischen Felder, „auf denen CDU und Linke nicht weit voneinander entfernt sind“.

Nun, so weit würde CDU-Kreischef Marc Reinhard wohl kaum gehen – der Landtagsabgeordnete spricht auf Malchow angesprochen von einer „außergewöhnlichen Konstellation“. Aber der CDU-Ortsverband Malchow sei autark. „Wir geben nichts von oben vor – diese Zeiten wie in der DDR sind vorbei.“

Und Schmidts Gegenkandidat – der parteilose René Putzar? „Der mündige Wähler wird erkennen, dass sich hier die erzkonservative CDU mit den Linken zusammentut und eine Front bilden will. Aber am Ende entscheidet der Bürger mit seiner Stimme“, setzt Putzar, der im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten hatte, auf die Sachkenntnis der Malchower – und ergänzt überzeugt: „Ein CDU-Wähler wählt nicht die Linken!“ Die Absprachen zwischen CDU und Linken würden vielmehr zeigen, wie dringend notwendig ein Neuanfang für Malchow sei. Und lässt sich auch nicht von einem zerstörten Putzar-Wahlplakat entmutigen...

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