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Container für Flüchtlinge in Waren?

Freundliche und verständnisvolle Worte waren gestern, ab heute greift der Landkreis kategorisch durch: Kommunen - wie beispielsweise Waren -, die immer noch nicht begriffen hätten, dass sie gesetzlich verpflichtet seien, Flüchtlinge aufzunehmen, erhalten vom Landrat definitive Anweisungen.

Redete Klartext: Vize-Landrat Siegfried Konieczny.
Georg Wagner Redete Klartext: Vize-Landrat Siegfried Konieczny.

"Ich neige nicht zum Dramatisieren, aber wir befinden uns in einer Situation, die den Landkreis objektiv an Überforderungsgrenzen bringt." Siegfried Konieczny, stellvertretender Landrat, redete Klartext. Der zunehmende Flüchtlingsstrom erdrücke Kreis, Städte und Kommunen. Deshalb würden alle Bürgermeister in der kommenden Woche vom Landkreis persönlich Nachhilfe in Sachen gesetzliche Grundlagen erhalten. Konkret: "Es gibt Orte, da ist bis heute offensichtlich nicht angekommen, dass Kommunen aufnahmepflichtige Körperschaften sind", übte Konieczny scharfe Kritik an jenen Bürgermeistern, die bisher mit Unterbringungsmöglichkeiten gegeizt hätten.

Beispiel Waren: Im April wurde Waren mitgeteilt, dass sie laut Verteilerschlüssel eigentlich 128 Flüchtlinge in diesem Jahr aufnehmen müssten. Nachdem die Stadt aber darauf hingewiesen hatte, dass es kaum freie Wohnungen an der Müritz gebe, ließ sich der Kreis darauf ein, dass Waren bis September versuchen solle, wenigstens 60 Flüchtlinge unterzubringen. Doch selbst diese deutlich verminderte Anzahl hat Waren bis heute nicht erfüllt - derzeit sind nur 26 Flüchtlinge in Waren wohnhaft.

Mittlerweile ist der Verteilerschlüssel aufgrund des Flüchtlingsstroms aktualisiert worden - demnach muss Waren bis Jahresende 177 Flüchtlinge aufnehmen. Und wenn die Müritzstadt das nicht schafft? "Dann helfen wir Waren mit der Aufstellung von Wohncontainern", machte der stellvertretende Landrat unmissverständlich klar. 

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