Selbstlos, aber gefährlich:

Dackeldame aus eiskalten Fluten gerettet

Für eine Malchowerin ist der vorletzte Tag des alten Jahres zum schlimmsten geworden: Was als harmloser Spaziergang begann, endete als brenzlige Situation im gefrorenen Malchower See.

Kann man diesem Hund böse sein? Natürlich nicht, und das, obwohl Emma für eine besonders gefährliche Situation gesorgt hat.
Petra Konermann Kann man diesem Hund böse sein? Natürlich nicht, und das, obwohl Emma für eine besonders gefährliche Situation gesorgt hat.

Es war ein Sprung ins eiskalte Wasser - im wahrsten Sinne des Wortes: Ohne zu zögern und ohne an die Gefahren für sich selbst zu denken, ist eine Malchowerin in den teilweise gefrorenen See gehechtet, um ihren Hund zu retten.

Dabei hatte an diesem Tag alles ganz normal angefangen: Es sollte ein geruhsamer Spaziergang am vorletzten Tag des Jahres mit Dackeldame Emma entlang des Malchowers Sees werden. Enten hatten sich weiter draußen an der Eiskante niedergelassen - eine Einladung an den Dackel, die Jagdinstinkte rauszulassen. "Emma rannte  hin zu den Vögeln. Das Eis war aber viel zu dünn, um den Hund zu tragen. Nach ein paar Metern ist Emma eingebrochen. Sie konnte sich noch mit den Pfoten an der Eiskante festkrallen, schaffte es aber nicht, aufs Eis zu gelangen", erzählt die Hundebesitzerin.

Ihr Hund bellte nicht, jaulte oder wimmerte nicht, sondern schrie. "Ein Ton, den ich nie zuvor gehört hatte. Er ging mir durch und durch", erzählt die Malchowerin. Für sie gab es kein Zögern: Sie rannte selbst ins Eiswasser. Sofort stand sie knietief im Morast. Sie warf sich aufs Eis  und arbeitete sich Stück für Stück weiter bis vor zu ihrem Hund. Grund unter ihren Füßen fand die Malchowerin längst nicht mehr, denn das Ufer fällt in Höhe des Engel'schen Gartens sofort steil ab. "Mein erster Gedanke war: Oh, Gott, ist das kalt." Doch ein Zurück gab es für die Hundebesitzerin nicht.

Feuerwehr: Bloß nicht nachmachen!

Der Gedanke, Hilfe zu holen, kam ihr nur kurz: "Ich war ganz allein am See. Die Feuerwehr zu rufen ging nicht. Mein Handy hatte ich nicht dabei. Ich machte mir außerdem Sorgen, wie lange der kleine Hund das durchhalten würde", berichtet die Malchowerin. An sich selbst habe sie in diesem Moment nicht gedacht: "Ich glaube, das ist ein Instinkt, egal ob ein Mensch oder ein Tier in Gefahr ist, man reagiert einfach und hilft." Schließlich schaffte sie es durchs Eis zur Dackeldame: Sie schnappte sich Emma und robbte durch Eisschollen und Morast zurück ans Ufer. "Erst zu Hause habe ich realisiert, was passiert ist, auch, dass es anders hätte ausgehen können."

Malchows Wehrleiter Heiko Delph warnt jedoch davor, sich selbst in solch brenzlige Situationen zu begeben: "Diese Rettungsaktion ist zum Glück gut ausgegangen, und das Ergebnis gibt der Malchowerin recht." Aber: Es sei immer besser, in ähnlichen Situationen die Feuerwehr zu alarmieren. "Wir haben die Ausrüstung, um Eisrettungen durchzuführen, wir haben Spezialanzüge, und wir haben solche Einsätze geübt", erklärt Heiko Delph.

Dackeldame Emma und ihre Besitzerin haben sich inzwischen von dem Schock erholt - und auch etwas gelernt: "Ich hätte den Hund an der Leine führen sollen, dann wäre das alles nicht passiert."

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