Grabpflege:

Damit die Blumen in der Vase nicht verdorren

Ein Grab zu pflegen, ist Herzenssache. Was aber tun, wenn niemand vor Ort ist, der das leisten kann? Viele sorgen sich um die Grabpflege. Die Röbeler Kirchgemeinde hat reagiert und bietet Alternativen zur "normalen" Begräbnisstätte.

Die Röbeler nehmen sie an: die Gemeinschaftsanlage für Urnen auf dem Altstädter Friedhof.
Elke Enders Die Röbeler nehmen sie an: die Gemeinschaftsanlage für Urnen auf dem Altstädter Friedhof.

Nein, von Anonymität hält die Röbeler Kirchengemeinde nichts. Eine solche Bestattung hat der Kirchengemeinderat von vornherein ausgeschlossen. Dennoch wollte sich die Gemeinde nicht dem Zeitgeist verschließen. Sie suchte Lösungen, um Menschen zu helfen, die niemanden haben, der sich nach dem Tod um die Grabpflege kümmert. Denn der Altstädter Friedhof in Röbel, ebenso der Friedhof in Ludorf und Bollewick, befinden sich in kirchlicher Trägerschaft, wie der Röbeler Küster Wolfgang Döring, zuständig für Friedhofsverwaltung, erklärt. 

Während sich auf manch kommunalem Friedhof die anonyme Bestattung – also das Beisetzen der Urne auf einem Gräberfeld, ohne dass die Angehörigen hinterher kenntlich machen können, wo sich die Stelle befindet – mehr und mehr durchsetzt, wollte die Röbeler Kirchengemeinde, dass der „Mensch beim Namen gerufen werden kann“ – im Leben und im Tod. So ist der Gedanke von der Urnen-Gemeinschaftsanlage entstanden, bei der jeder Verstorbene eine Namensplatte erhält – auch wenn jeweils sechs Urnen einer Gedenkstele zugeordnet sind, was die Pflege erleichtert. Der Angehörige hat einen Ort zum Trauern. Eine Steinplatte ermöglicht es, Blumen abzustellen und dem Verstorbenen nah zu sein. Dabei ist die Pflege über 20 Jahre geregelt. Sie wird durch die Friedhofsmitarbeiter geleistet und ist günstiger als beim Einzel-Urnen-Grab, wie Wolfgang Döring sagt. Inzwischen zeigt sich, dass die Kirchengemeinde den richtigen Weg beschritten hat. Die Urnen-Gemeinschaftsanlage wird angenommen: Mit jedem neuen Namen, der auf die Steinplatten graviert wird, lebt die Erinnerung an einen geliebten Menschen weiter. Aber auch, wer Erdbestattung wünscht, hat auf einem extra ausgewiesenen Gräberfeld die Möglichkeit, eine 25 Jahre währende Grabpflege mit zu bestellen – ebenfalls günstiger als beim normalen Grab.

Bislang ist die Erdbestattungsfläche noch verwaist. Nur zwei Mustersteine hat die Friedhofsverwaltung aufstellen lassen. Aber auch diese Form der Bestattung kommt an.

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