Neue Richtung:

Das Ausbildungs-Flagschiff ÜAZ will wieder flotte Fahrt aufnehmen

Weniger Mitarbeiter und Immobilien verkauft: Mit diesen Mitteln hat der Verein seine Pleite gerade noch abwenden können.

Der Geschäftsführer im ÜAZ, Andreas Jadatz, wirbt um Verständnis für den neuen Kurs.
Thomas Beigang Der Geschäftsführer im ÜAZ, Andreas Jadatz, wirbt um Verständnis für den neuen Kurs.

Ein Minus macht Freude. Aber nur dann, wenn die „Nassen“ im Jahr zuvor noch gewaltiger waren. Der Vorstandsvorsitzende des Überregionalen Ausbildungszentrums (ÜAZ) Waren/Grevesmühlen, Paul Jahn, hat Grund zur Freude. „Wir schließen das Geschäftsjahr 2012/13 mit einem Minus von 300 000 Euro ab. Geplant waren aber 1,5 Millionen.“ Jahn erinnert während der Mitgliederversammlung des Vereins daran, das ÜAZ sei zur Mitte des vergangenen Jahres praktisch pleite gewesen. „Die Liquidität war bei null.“ Nur der Verkauf der vereinseigenen „Villa Seestern“ in Malchow und Einschnitte bei den Mitarbeitern hätten das Weiterbildungs-Unternehmen gerettet.

Der Vorstandsvorsitzende verbreitet Optimismus: „Die Wende ist vollzogen“. Die Orientierung auf Weiter- und Fortbildung in den Branchen Tourismus und Pflegeberufe würden dem ÜAZ in Zukunft ein sicheres Standbein verleihen. Allerdings - Paul Jahn musste auch konstatieren, das besser als erwartete Betriebsergebnis 2013 sei zum großen Teil dem Verkauf einer weiteren ÜAZ-eigenen Immobilie geschuldet. Für immerhin 773 000 Euro fand ein Gebäude in Waren einen neuen Besitzer.

Allerdings - mit dem Verkauf des „Tafelsilbers“ ist vorerst Schluss. Auf den meisten anderen Immobilien des ÜAZ „liegt“ eine sogenannte Zweckmittelbindung, hier flossen einst Fördergelder für den Bau. Ohne Zustimmung des Landes dürfen diese Grundstücke und Gebäude nicht „verscherbelt“ werden. ÜAZ-Geschäftsführer Andreas Jadatz ist das klar. Konsequent will er daher den Weg weiter verfolgen, Bildungsangebote, mit denen das ÜAZ keine Kostendeckung mehr erreicht, aus dem Angebot zu streichen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wieder herstellen.

Zu wenig nach Ansicht einiger Mitglieder. Walter Bleimann, langjähriger Geschäftsführer eines Autohauses in Waren, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Das ÜAZ in seiner jetzigen Form sei nach seiner Ansicht nicht zu retten, so der Geschäftsmann.

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