Mysteriöser Schwund in Waren:

Das gibts doch nicht: Wer klaut denn jetzt die Mülltonnen?

Seit Monaten verschwinden in Waren immer wieder Mülltonnen. Ein Motiv der Tonnenklauer könnte Gebührengaunerei sein. Aber auch angetrunkene  Scherzbolde lassen gerne mal einen Behälter mitgehen.

Finger weg - meine Mülltonne gehört mir. Wer Langfingern den Tonnenklau vermasseln will, sollte vielleicht aufrüsten.
Alessandro Terranova Finger weg - meine Mülltonne gehört mir. Wer Langfingern den Tonnenklau vermasseln will, sollte vielleicht aufrüsten.

Ich bringe mal eben schnell den Müll zur Tonne - von wegen: Der 240-Liter-Behälter in der Helmut-von-Gerlach-Straße war plötzlich weg. Tut sich da ein neues Kapitel in der Pannenserie um die neu geregelte Abfallentsorgung im Landkreis auf? Das frisch eingeführte einheitliche Konzept zur Müllbeseitigung hat in den vergangenen Wochen immer wieder für Ärger gesorgt. Erst mussten Bürger bis zu drei Wochen auf die Müllabfuhr warten, dann folgte das Hickhack um die Wertstoffhöfe.

Doch im Fall des überraschend verschwundenen Restmüll-Behälters kann die Abfallbehörde entlastet werden. Die Polizei vermutet hinter dem mysteriösen Tonnen-Schwund vor wenigen Tagen tatsächlich einen kriminellen Akt. "Das klingt kurios. Aber die Tonne wurde vermutlich gestohlen", erklärte der diensthabende Polizeibeamte.

Scherz oder Diebstahl?

Langfinger machen also selbst vor Mülltonnen nicht halt. Kein Einzelfall. Die Ermittler haben mitgezählt. Demnach sind in Waren seit Oktober bereits rund ein dutzend Behältnisse spurlos verschwunden, wie eine Sprecherin der Polizeiinspektion in Neubrandenburg dazu mitteilt. "Das reicht von der 60- bis zur 240-Liter-Ausführung", sagt die Sprecherin weiter. Für die anziehende Wirkung der in schmucklosen dunkelgrau gehaltenen Plastik-Behälter auf Langfinger hat sie mehrere Erklärungen parat. "Die werden für andere Zwecke mitgenommen etwa als Futterbehälter oder womöglich um Gebühren zu sparen."

Ist die geklaute Tonne nämlich mit einer Plakette versehen, kann man sie brav vor die Tür stellen und und einer anderer zahlt dafür. Die Gaunerei dürfte sich aber kaum lohnen. "Es wird zwar nicht bei jeder Abfuhr durchgezählt, aber der Betrug würde irgendwann auffallen", erklärt die Leiterin des Umweltamtes Heike Ameskamp.

Hinter den Mülltonnen-Entführungen steckten laut Ameskamp manchmal auch Scherzbolde. "Die nehmen sie nach der Kneipentour mit und stellen sie um." Ob nun Scherz oder Diebstahl - es sei auf jeden Fall ärgerlich für den Besitzer.

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