Einstige Super-Herberge der DDR:

Das Müritz Hotel – ein großes Geisterhaus

Nur noch ein leises Klicken, mehr gibt die Tür nicht von sich. Geschweige denn, dass sie sich öffnet. Das Müritz Hotel, die einstige Urlaubsburg, wartet auf die Abriss-Birne. Mal sehen, wie lange noch. Denn einen Antrag auf Abriss hat der Landkreis noch nicht gesehen.

Alles dicht: Hinter dieser Schranke wartete einst das Urlaubsvergnügen. Nun wartet das Haus selbst – auf die Abrissbirne.
Jens Büttner Alles dicht: Hinter dieser Schranke wartete einst das Urlaubsvergnügen. Nun wartet das Haus selbst – auf die Abrissbirne.

Wie viele mögen sich hier wohl schon die Nase platt gedrückt haben? Schmierig genug sind die Scheiben – und keiner ist mehr da, der putzt. Neugierige Leute aber gibt es mit Sicherheit genug. Obwohl eigentlich gar nichts besonderes zu sehen ist. Das Haus ist leer. Ganz einfach.

Die Lichter sind aus im einst traditionsreichen Müritz Hotel bei Klink. Mal symbolisch gesprochen, denn im großen Treppenhaus leuchtet auf unterschiedlichen Etagen doch noch die eine oder andere Lampe. Wohl weniger als Einladung, denn als „Schutzschild“ vor Eindringlingen. Ohnehin hat ein Sicherheitsdienst ein Auge auf das große Gebäude. Der Hotelkomplex soll zwar abgerissen werden, vor Vandalismus will man ihn aber schützen. Und das scheint zum Glück auch zu funktionieren.

Wann folgt der Abriss?

Denn irgendwie bleibt doch das Gefühl, dass sich die Tür öffnen müsste, wenn man das Foyer des Hauses ansteuert. Aber nur ein leises Klicken ist zu hören und zu lesen ist auf einem Schild: „Die Müritz Hotel GmbH stellt zum 4. 1. 2015 den Hotelbetrieb ein. Wir danken unseren Gästen für den Besuch in Klink und unseren Geschäftspartnern sowie Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. – Die Direktion“.

Jetzt ragen hier und da nur noch Kabel aus dem Boden, an einer Tür liegt eine vergessene Müllschaufel. Die Lüftung aber arbeitet, wie draußen zu hören ist, wo nur noch Vögel ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur weil sie auch jede Menge Moos vom Dach holen, das den Boden vor dem einst so stolzen Hotel zumüllt.

Neues Hotel mit sechs Stockwerken?

Wie lange das große Geisterhaus noch steht, ist nicht klar. Ende Januar hatte der Vorstand der Avila-Gruppe, die Eigentümerin ist, auf einer Gemeindevertretersitzung in Klink davon gesprochen, dass die Abriss-Birne so schnell wie möglich geschwungen werden soll. Allerdings liegt beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bislang kein Antrag auf Abriss vor, ist von Pressesprecherin Haidrun Pergande zu erfahren.

„Der rechtskräftige Bebauungsplan, der für das Areal gilt, muss zunächst geändert werden, um das Vorhaben des Investors umsetzen zu können. Das ist zwischen Gemeinde, Landkreis und Investor besprochen worden“, sagt sie. Letzterer will anstelle des alten ein neues Hotel setzen. Laut bisheriger Planung einen Sechsschosser mit 250 Zimmern, das zugleich die Müritz Klinik ergänzen soll.

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