Bei Sammlern heiß begehrt:

DDR-Orden werden unter Verschluss gehalten

Von wegen grau - wenn es um Orden und Auszeichnungen ging, dann ging es in der DDR richtig bunt zu. 

Das ganze bunte Spektrum der DDR-Ordenwelt: Im Malchower Museum kann man sich das anschauen.
Petra Konermann Das ganze bunte Spektrum der DDR-Ordenwelt: Im Malchower Museum kann man sich das anschauen.

„Mein Arbeitsplatz, mein Kampfplatz für den Frieden“, „Alles zum Wohle des Volkes“  – so oder so ähnlich klangen die Losungen in der ehemaligen DDR. Und die Sprüche waren allgegenwärtig – auf Plakaten, an den Wänden von Werkstätten, auf den großen Demonstrationen zum 1. Mai, dem Kampf und Feiertag der Werktätigen, oder auch zum 7. Oktober, dem Geburtstag der Deutschen Demokratischen Republik. Deren Restbestände können sich Besucher im DDR-Museum anschauen. Losungen, Urkunden und Gedenkteller gehören mit zur Ausstellung. Klar, dass dabei auch die unzähligen Abzeichen, Anstecker und Gedenknadeln nicht fehlen dürfen. „Diese Sammlung allerdings halten wir unter Verschluss und zeigen sie nur in Vitrinen“, erklärt Museumsleiterin Irina Gräser.

Ein Anzug zum Anfassen

Ansonsten ist im DDR-Museum Anfassen nämlich durchaus erlaubt. Wie fühlt sich zum Beispiel ein DDR-typischer Präsent 20-Anzug denn eigentlich an? Im DDR-Museum wird ein besonderes Exemplar gezeigt, das dunkel und mit winzigen weißen Punkten daherkommt – ein gutes Stück, das ein Bräutigam einst zur Hochzeit trug. Und weil der Anzugstoff aus feinster und widerstandsfähiger Kunstfaser (100 Prozent Polyester) gewebt wurde, machen ihm die vielen neugierigen Hände der Museumsbesucher nichts aus – auch nicht nach Jahrzehnten, nachdem der Anzug geschneidert wurde.

Praktisch für alles Auszeichnungen

Doch in Sachen „Abzeichen und Orden“ ist nur Gucken gestattet, da kennt Museumsleiterin Irina Gräser kein Pardon. Denn gerade bei Sammlern ist die bunte Mischung aus 40 Jahren DDR mehr als begehrt. „Würden wir das offen zeigen, dann hätten wir am Ende nicht mehr sehr viel davon“, ist die Malchowerin überzeugt. Apropos viel: Besagte Abzeichen und Anstecknadeln wurden massenhaft vergeben. „Es gab praktisch für alles Auszeichnungen, bei den Pionieren, in der Jugendorganisation FDJ, fürs Lernen, für Freizeitaktivitäten, bei Betriebswettkämpfen, bei großen Veranstaltungen. Ich glaube, fast jeder hat mal eine Auszeichnung oder eine Anstecknadel bekommen, jeder sollte mal an die Reihe kommen, um ihn auf die DDR und ihre Ziele einzuschwören, damit sich jeder zugehörig fühlte“, erklärt die Museumsleiterin, warum es für fast jede Stolz geschwellte Brust in der DDR einen „Orden“ gab. Kaufen konnte man die Abzeichen übrigens nicht.

Die bunte Sammlung des Malchower DDR-Museums jedenfalls ist ein Besuchermagnet. „Viele Gäste stehen davor und hätten gerne ein Abzeichen oder eine Anstecknadel. Es steht für sie für eine Zeit in ihrem Leben, die sie trotz der großen Probleme und Schwierigkeiten der DDR nicht immer als nur schlecht empfunden haben“, macht die Museumsleiterin deutlich. 

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Kommentare (1)

War der Name dieser Kunstfaser nicht Dederon (DDR) :-)