Weihnachtsbaum für den Neuen Markt in Waren:

Dem edlen Spender blutet das Herz beim Sägengeheul

Was ist grün, zwei Tonnen schwer und gut zwölf Meter groß? Richtig der Baum, der seit Mittwoch auf dem Neuen Markt in Waren steht. Noch drei Stunden zuvor war die Tanne der Stolz eines Vorgartens.

Jetzt kommt die Tanne in der Warener Specker Straße vom Haken und liegt sicher auf dem Anhänger. Noch festzurren und ab auf den Neuen Markt.
Thomas Beigang Jetzt kommt die Tanne in der Warener Specker Straße vom Haken und liegt sicher auf dem Anhänger. Noch festzurren und ab auf den Neuen Markt.

So etwas hat Björn Borchert auch nicht jeden Tag am Haken. Der Kraftfahrer und Kranführer von der Firma S&M Bau in Waren packt die Blautanne am Schopf und hebt sie ganz vorsichtig auf den großen Anhänger. Geschafft. Ohne große Schwierigkeiten liegt der künftige Weihnachtsbaum, der den Neuen Markt in Waren schmücken soll, schon halb neun bereit zur Abfahrt. Die Männer vom Stadtbauhof zurren den Baum fest, damit während der Fahrt auch ja nichts passiert. Auch die Polizei erweist sich als Freund der Tanne und Helfer in der Not. Mit Blaulicht führen die Beamten den Tross durch die Stadt. Entgegenkommende Kraftfahrer müssen auf die Bremse treten und rechts ran. So kurz vor dem ersten Advent hat der Weihnachtsbaum Vorfahrt.

Tanne ist zu groß geworden

Eineinhalb Stunden zuvor war Schluss mit der morgendlichen Ruhe in der Specker Straße. Hier stand Hausherr Lutz Golz schon kurz vor sieben auf seinem Hof und hat diejenigen erwartet, die dem Prachtbaum auf seinem Gehöft den Garaus machen sollen. „Die Tanne ist zu groß geworden, steht viel zu dicht am Haus.“ Die Sorge, die Wurzeln des Baums würden irgendwann dem Bau schaden, hat den Mann bewogen, seine Tanne der Stadt als Weihnachtsbaum anzubieten. Im Rathaus war man sehr angetan von der Größe und dem geraden Wuchs. Genau richtig für den Weihnachtsmarkt!

Die Entscheidung für den „Tod“ des gesunden Baums ist Lutz Golz deshalb trotzdem nicht leichter gefallen. „Mit blutet schon das Herz“, gesteht der Warener ein. Er werde den Immergrünen, der an heißen Tagen immer genug Schatten gespendet hat, schon vermissen. Aber Golz setzt auf Nachhaltigkeit. Schon sehr bald will er einen neuen Baum pflanzen, der dem alten an nichts nachsteht.

Die Blaulicht-Fahrt zum Neuen Markt geht glatt. Routiniert packen die Männer vom Stadtbauhof wieder an, als der Kran den Baum wieder anpackt und in die Hülse im Marktpflaster versenkt. Jetzt sind die Stadtwerke am Zug. Am Donnerstag soll der Baum mit rund 1200 Lichtern geschmückt werden.

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