Erneuter Protest der Südbahn-Anhänger:

Demonstranten des Saales verwiesen

Zumindest Aufmerksamkeit haben sie wieder erregt, die unentwegten Kritiker der drohenden Zerschlagung der Südbahn. Auch dann, als sie mit ihren Plakaten umziehen mussten.

Letzter Versuch: Die Anhänger der Südbahn protestieren gegen die teilweise Schließung der Strecke.
Thomas Beigang Letzter Versuch: Die Anhänger der Südbahn protestieren gegen die teilweise Schließung der Strecke.

Christian Pegel (SPD) ist Kummer gewohnt. Der Verkehrs- und Infrastrukturminister Mecklenburg-Vorpommerns, Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema Tourismus und Verkehr am Wochenende in Waren, wurde gleich bei seinem Erscheinen mit massiver Kritik konfrontiert. Allerdings - die Plakate-Träger wurden des Saales verwiesen und mussten draußen vor der Tür ihren Protest kund tun. Gegner der Schließung der Bahnstrecke zwischen Malchow und Parchim warfen ihm auf Transparenten vor, gewachsene Infrastruktur in der Region zu zerstören. Barbara Schilke aus dem Ferienpark Plauer See in Alt Schwerin, fragte, wie das wohl nach dem beabsichtigen Ende der Strecke ab dem 14. Dezember aussehen solle, wenn Gäste, die in ihrem barrierefreien Haus statt mit der Bahn plötzlich in den Bus umsteigen müsse. Die Strecke, die die Frau aus Alt Schwerin, sei schon mit dem Wegfall der 10-Uhr-Verbindung vor eineinhalb Jahren bewusst kaputtgemacht worden.

Minister Pegel fragte provokant, ob auf dieser Strecke zwischen Malchow und Parhim etwa Millionen Menschen reisen würden. Auf diesem Abschnitt sei es eben nicht so, wie in bestimmten Verbindungen auf den Ostsee-Inseln, dass die Zahl der Nutzer in den Sommermonaten drastisch ansteige. "Die Strecke zählt nicht zu den wirtschaftlichen Lebensadern der Region", so Pegel. Für einen Kilometer Bahnstrecke zahle das Land zwischen zehn und zwölf Euro drauf, für den geplanten Busverkehr zwischen Malchow und Parchim wären das nur knapp 2,40 Euro. "Und außerdem", so Minister Pegel, "mit der Aufstellung einer Busverbindung ist die Mobilität auch weiterhin gesichert".