Bürgermeister-Kandidaten online:

Der heiße Draht und bei wem er kalt bleibt

Plakate und Flugblätter sind doch Relikte aus dem letzten Jahrtausend. Wie sicher die Warener Bürgermeister-Kandidaten auf der Daten-Autobahn unterwegs sind, hat der Nordkurier unter die Lupe genommen. Mit ganz unterschiedlichen Resultaten.

"Gefällt mir" - so wird bei Facebook abgestimmt. Hilft das auch den Politikern?
Friso Gentsch - dpa "Gefällt mir" - so wird bei Facebook abgestimmt. Hilft das auch den Politikern?

Bürgernähe, das verspricht fast jeder Politiker vor der Wahl. Das Internet bietet jede Menge Möglichkeiten in Kontakt zu treten. Keine Überraschung, dass auch der Warener Wahlkampf nicht am Netz vorbei kommt. Wir haben am Samstagabend per Internet identische Anfragen an alle vier Bürgermeister-Kandidaten geschickt. Drei Fragen zu ihren Positionen. Die Bilanz: Drei Mal gab es Antwort. Aber nicht immer auf die Fragen.

Axel Müller (CDU) und Ingo Warnke (MUG) werben auf Plakaten für ihre Internetauftritte. Ob das Versprechen hält? Auf Warnkes Seite finden sich Wahlprogramm und Lebenslauf. Aktuelle Inhalte sind Mangelware. Ganze drei Termine werden gelistet. Die liegen alle in der Vergangenheit und drehen sich eher um sportlichen Aktivitäten, als um die Politik. Eine Nachricht mit unseren Fragen senden wir über ein Kontaktformular. Bis zum Dienstagabend gab es keine Antwort.

Möller rühriger im sozialen Netz als Müller

Beim CDU-Mann Müller finden wir ebenfalls Lebenslauf und Wahlprogramm im Netz. Auch hier liegen die zahlreichen Termine in der Vergangenheit, haben aber zumindest mit Wahlkampfauftritten zu tun. Müller betreibt ein öffentliches Facebook-Profil. Der letzte Beitrag ist knapp einen Monat alt. Für das schnelle Medium eine Ewigkeit. Über diesen Kanal haben wir auch unsere Fragen geschickt. Eine Antwort gab es am nächsten Tag. Eine Bitte um Aufschub. Danach herrschte Funkstille.

Ganz anders bei Norbert Möller. Der SPD-Mann betreibt ebenfalls Internetseite und Facebook-Profil. Auf der Seite gibt es einen prall gefüllten Terminkalender mit Möllers Auftritten und ehrenamtlichen Aufgaben. Und im sozialen Netzwerk ist Möller rührig. Mindestens einmal die Woche berichtet er dort aus seinem Wahlkampf. Innerhalb weniger Stunden hatte er auf unsere Fragen geantwortet. Leider nicht immer ganz treffsicher. Ging es um Freizeitangebote für junge Erwachsene, schreibt Möller über Jugendclubs. Aber immerhin.

FDP-Mann Schnur setzt voll aufs Netz

Toralf Schnur, Kandidat der FDP, setzt vollständig auf Facebook, mit einer Wahlkampfseite innerhalb des Netzwerks. Gut 700 Menschen und Institutionen folgen seinen Meldungen. Und die gibt es täglich mehrfach. Schnur schreibt über seine Positionen und aktuelle politische Ereignisse in der Stadt. Gelegentlich wird aber auch "gemenschelt", wenn er Bilder vom letzten Angelausflug zeigt. Antwort gab es innerhalb weniger Stunden. In aller Ausführlichkeit. Im Netz, das wird deutlich, macht dem jüngsten der vier Kandidaten keiner etwas vor. Ob das bei der Wahl am Ende auch so aussieht, wissen wir am Sonntagabend.