Wahlplakate-Check:

Der Kampf ums Rathaus - Sprüche statt Versprechen

Optisch reizvoll oder eher überreizt? Die Kandidaten für das Bürgermeister-Amt buhlen um das Volk und keine Laterne ist vor ihnen sicher. Nordkurier-Redakteur Carsten Schönebeck hat sich die Werbeträger mal angeschaut – im Vorbeifahren und aus der Nähe.

Plakate zur Bürgermeisterwahl in Waren.
Carsten Schoenebeck Plakate zur Bürgermeisterwahl in Waren.

17 Tage noch, dann wird es ernst für Warens Bürgermeisterkandidaten. Jede Werbe-Plattform wird genutzt. Dabei setzen die vier Aspiranten auf jeweils ganz eigene Strategien, um den Urnengänger gefügig zu machen. CDU-Kandidat Axel Müller präsentiert sich auf verschiedenen Plakat-Motiven Seit an Seit mit seinen Unterstützern. Ganz bürgernah auch der Slogan „Axel wählen“. Und die Plakate werfen noch mehr Fragen auf. Was zeigt der geheimnisvolle Laptop, den Müller in den Händen hält? Wahl-Prognose oder Computerspiel? Und was steht auf dem Zettel, den ihm das kleine Mädchen reicht?

Der Unternehmer Ingo Warnke tritt als parteiloser Kandidat an und hängt dafür um so eifriger Werbung in den Straßen auf. Seine Plakate waren wohl die ersten, die vor mehr als drei Wochen die Warener Laternen zierten. Dafür sind sie allerdings auch wenig aussagekräftig. Warnke steht allein vor der Stadtkulisse und gibt weder volle noch leere Wahlversprechen.

Frei von Positionen bleiben auch die Werbeträger von Norbert Möller. Die „Stimme der Stadt“ will der SPD-Mann sein – so sein Wahlspruch. Was die Stimme denn so ruft oder flüstert, bleibt Möllers Geheimnis.

Toralf Schnurs Werbeträger kamen als letzte in Position. Erst vor einer Woche waren die ersten zu sehen. Der FDP-Mann hat seinen Ruf als Querkopf innerhalb der Warener Stadtvertretung weg. Selbigen zeigt er auffällig selten auf Plakaten. Nur im Norden der Stadt verknüpft er sein Gesicht mit einer Parole gegen die mögliche Ortsumgehung. Sonst setzt Schnur auf Slogans in Reinform. „Neue Besen kehren gut“, postuliert er auf einem seiner Plakate.

Und für wen die Warener nun stimmen? Da helfen die Plakate wohl auch nicht weiter. Wer sich allerdings fragt, warum in der Warener Innenstadt und am Hafen keine Plakate hängen: Das Ordnungsamt hat den gesamten Bereich zur wahlkampffreien Zone erklärt.